# Wegen der Batterieproduktion ist ein E-Auto klimaschädlicher als ein Diesel.

Thema: E-Mobilität
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/emobilitaet/co2-rucksack/
Bewertung: Falsch
Stand: 2026-06-21

## Antwort

Über das ganze Autoleben gerechnet liegt das E-Auto klar vorn — auch gegenüber dem Diesel. Laut ICCT (2025) verursacht ein heute in Europa zugelassenes Batterieauto über den Lebenszyklus rund 73 % weniger Treibhausgase als ein Benziner; weil Diesel und Benziner fast gleichauf liegen (234 bzw. 235 g CO₂/km), gilt der Vorsprung gegenüber Diesel praktisch genauso. Die höheren Produktionsemissionen der Batterie sind nach rund 17.000 km — meist im ersten oder zweiten Jahr — wieder ausgeglichen. Mit Ökostrom wächst der Vorteil auf rund 78 %.

## Was hinter der Parole steckt

Die Aussage greift einen realen Teilaspekt heraus — die höhere Produktionsemission der Batterie — und blendet den Rest der Bilanz aus (selektive Wahrnehmung). Ein Rucksack am Start sagt nichts über das Ziel: Entscheidend ist die Gesamtbilanz über alle gefahrenen Kilometer, nicht der Ausgangspunkt.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Vergleichst du nur die Herstellung oder das ganze Autoleben inklusive Sprit beziehungsweise Strom?"
- „Nach wie vielen Kilometern ist der Produktions-Mehraufwand deiner Meinung nach wieder drin — und woher hast du die Zahl?"
- „Würde sich dein Urteil ändern, wenn das E-Auto mit Ökostrom geladen wird?"

## Fakten dazu

### Klimabilanz: Der CO₂-Rucksack

Ein E-Auto startet mit einem CO₂-Rucksack ins Leben: Seine Herstellung verursacht laut ICCT rund 40 % mehr Emissionen als die eines Verbrenners, vor allem wegen der Batterieproduktion. Entscheidend ist aber nicht der Start, sondern die Bilanz über das ganze Autoleben — und wie grün der geladene Strom ist. Der wird in Deutschland stetig grüner: 2025 stammten bereits 55,1 % des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen (2024: 54,4 %). Jede zusätzliche Kilowattstunde Ökostrom verbessert die Bilanz über die gesamte Haltedauer.

- **Behauptung:** Wegen der aufwändigen Batterieproduktion ist ein E-Auto über sein Leben hinweg klimaschädlicher als ein Verbrenner.
  - **Faktencheck:** Der CO₂-Rucksack der Herstellung (rund 40 % höher) ist nach etwa 17.000 km abgefahren. Über den gesamten Lebenszyklus stößt ein E-Auto im EU-Strommix rund 73 % weniger Treibhausgase aus als ein Benziner — mit Ökostrom sogar 78 %.

- Break-Even: ~17.000 km (Produktions-Rucksack abgefahren (ICCT 2025))
- CO₂ über Lebenszyklus: −73 % (vs. Benziner, EU-Strommix (ICCT 2025))
- Erneuerbarer Strom: 55,1 % (Anteil am Bruttostromverbrauch 2025, steigend (UBA))

_Treibhausgase über den gesamten Lebenszyklus (Pkw, EU-Zulassung 2025)_

- Benziner: 235 g CO₂e/km
- Diesel: 234 g CO₂e/km
- Vollhybrid: 188 g CO₂e/km
- Plug-in-Hybrid: 165 g CO₂e/km
- E-Auto (EU-Strommix): 63 g CO₂e/km
- E-Auto (Ökostrom): 52 g CO₂e/km

- Auch gegenüber Diesel und Hybriden bleibt der Vorsprung groß: Weil Diesel (234 g) und Benziner (235 g) fast gleichauf liegen, gilt das Minus von rund 73 % praktisch für beide. Voll- und Plug-in-Hybride stoßen über den Lebenszyklus noch rund dreimal so viel Treibhausgase aus wie ein reines E-Auto.

## Quellen

- [ICCT – Life-cycle GHG emissions of passenger cars (Juli 2025)](https://theicct.org/publication/electric-cars-life-cycle-analysis-emissions-europe-jul25/)
- [BMUKN – Klima und Energie bei Elektromobilität](https://www.bmuv.de/themen/verkehr/elektromobilitaet/klima-und-energie)
- [Umweltbundesamt – Erneuerbare Energien in Deutschland 2025 (Anteil am Bruttostromverbrauch)](https://www.umweltbundesamt.de/themen/erneuerbare-energien-in-deutschland-wachstum-2025)
