# Das Energieeffizienzgesetz zwingt die Wirtschaft zum Schrumpfen.

Thema: Energiewende & Atomkraft
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/energiewende/energieeffizienzgesetz-degrowth/
Bewertung: Ohne Kontext irreführend
Stand: 2026-06-19

## Antwort

Der Einwand hat einen wahren Kern: Das EnEfG deckelt den Endenergieverbrauch absolut (2030 auf 1.867 TWh), und die DIHK rechnet vor, dass bei der zuletzt erreichten Effizienzsteigerung das BIP um knapp 9 % schrumpfen müsste, um das Ziel zu treffen. Das Ziel ist also ambitioniert. Es zwingt aber nicht zum Schrumpfen, sondern zu schnellerer Effizienz: 2008 bis 2024 stieg das BIP um 15 %, während der Energieverbrauch um 13 % fiel. Die Entkopplung läuft bereits — sie muss sich nur beschleunigen.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole liest ein Verbrauchsziel als Wachstumsverbot. Sie unterstellt eine feste Kopplung von Energie und Wertschöpfung, die historisch längst aufgebrochen ist — und blendet aus, dass das Ziel über steigende Energieproduktivität statt über Schrumpfung erreichbar ist.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wenn das BIP 2008-2024 um 15 % stieg, während der Energieverbrauch um 13 % sank — warum sollte weniger Energie zwingend weniger Wirtschaft bedeuten?"
- „Die DIHK-Rechnung gilt bei gleichbleibendem Effizienztempo — was passiert mit dem Ergebnis, wenn die Energieproduktivität schneller steigt?"
- „Geht es dir gegen das Ziel oder gegen das Instrument — und welches Instrument würde Effizienz besser fördern?"

## Fakten dazu

### Wachstum, Energie und Emissionen entkoppeln

- BIP 2008-2024: +15 % (real gestiegen)
- Endenergieverbrauch: -13 % (2008-2024)
- EnEfG-Deckel 2030: 1.867 TWh (-26,5 % ggü. 2008)

- Zwischen 2008 und 2024 stieg das Bruttoinlandsprodukt um 15 %, während der Endenergieverbrauch um 13 % sank — Wirtschaftsleistung und Energieverbrauch haben sich also bereits entkoppelt.

- Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) deckelt den Endenergieverbrauch 2030 auf 1.867 TWh (-26,5 % gegenüber 2008). Die DIHK warnt: Bei der zuletzt erreichten Effizienzsteigerung von 1,7 % pro Jahr müsste das BIP um knapp 9 % schrumpfen, um das Ziel zu treffen — nötig wären rund 3,3 % pro Jahr.

Das Gesetz begrenzt den Energieverbrauch, nicht die Wirtschaftsleistung. Ob daraus ein Schrumpfungszwang wird, hängt vom Tempo der Energieproduktivität ab. Die bisherige Entkopplung zeigt: Wachstum bei sinkendem Energieverbrauch ist möglich — das Tempo muss aber deutlich zunehmen.

## Quellen

- [DIHK: Wie die absoluten Einsparziele aus dem Energieeffizienzgesetz auf das Wirtschaftswachstum wirken](https://www.dihk.de/de/newsroom/wie-die-absoluten-einsparziele-aus-dem-energieeffizienzgesetz-auf-das-wirtschaftswachstum-wirken-178844)
- [Energieeffizienzgesetz (EnEfG) — gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/enefg/)
