# Das Problem heißt Bürokratie, nicht Technologie.

Thema: Energiewende & Atomkraft
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/energiewende/problem-heisst-buerokratie/
Bewertung: Teilweise wahr
Stand: 2026-06-19

## Antwort

Der Speichermarkt zeigt viel Interesse, aber Netzanschlüsse, Genehmigungen und Regulierung bremsen die Umsetzung. Das Problem ist deshalb heute oft weniger die Technik als die Geschwindigkeit von Verfahren und Netzausbau.

## Was hinter der Parole steckt

Eine häufige Gegenrede ist „die Technik gibt es ja gar nicht" — gemeint sind meist Speicher oder Netze. Das verwechselt aber Technologie und Verfahren: 400 GW beantragte Speicherleistung zeigen Marktinteresse, der Engpass liegt bei Genehmigungen, Netzanschlüssen und regulatorischer Unsicherheit — nicht bei der Technik.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wenn 400 GW Speicherleistung beantragt sind und die Bundesnetzagentur mit Netzanschluss-Anfragen geflutet ist — was bremst da: die Technologie oder die Verfahren?"
- „Welche Speichertechnologie (Batterie, Pumpspeicher, Wasserstoff) hältst du konkret für nicht ausgereift?"
- „Wenn die Bundesregierung Genehmigungs- und Anschlussverfahren beschleunigt — wie schnell könnte sich das Bild verändern?"

## Fakten dazu

### Speicherausbau: Der Markt drängt, die Bürokratie bremst

- beantragt: 400 GW (Leistung 2024)
- beantragt: 661 GWh (Kapazität 2024)
- Anschlusszusagen: 25 GW (Leistung 2024)
- Anschlusszusagen: 46 GWh (Kapazität 2024)

| Kennzahl | Wert | Quelle |
| --- | --- | --- |
| Beantragte Leistung (2024, ab Mittelspannung) | ~400 GW | BNetzA 11/2025 |
| Beantragte Kapazität (2024) | 661 GWh | BNetzA 11/2025 |
| Erteilte Anschlusszusagen (2024) | 25 GW / 46 GWh | BNetzA 11/2025 |
| Kernaussage | Interesse sehr hoch, Umsetzung deutlich langsamer | BNetzA |

- 400 GW beantragte Speicherleistung – der Markt will, aber Netzanschlüsse und Genehmigungsverfahren bremsen.

Engpass: Nicht Investoreninteresse oder Technologie, sondern Netzanschlüsse, Genehmigungsverfahren und regulatorische Unsicherheit.

### Dunkelflauten: Reales Problem, kein Showstopper

- Dunkelflauten: beherrschbar (fordern Flexibilität statt Panik)
- Versorgungsengpass: kein annähernder (laut BNetzA Anfang 2025)
- Negativpreisstunden: 573 Std. (2025)

| Kennzahl | Wert | Quelle |
| --- | --- | --- |
| Dunkelflautenlagen | reales Systemthema | BNetzA |
| Versorgungsengpässe Anfang 2025 | kein annähernder Engpass | BNetzA |
| Negativpreisstunden 2025 | 573 | BNetzA / SMARD |
| Schlüsselaufgabe | mehr Speicher, Netze und flexible Lasten | Systemische Einordnung |

- Selbst in der Dunkelflautenlage Anfang 2025 kam es laut Bundesnetzagentur nicht annähernd zu Versorgungsengpässen.

Überbrückung heute: Gaskraftwerke, europäische Stromimporte, wachsend: Batteriespeicher. Kern des Problems: Nicht die Häufigkeit der Dunkelflauten, sondern fehlende Speicher und Netzkapazitäten.

## Quellen

- [BNetzA: Hohe Nachfrage nach Netzanschlüssen für Batteriespeicher (12.11.2025)](https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20251112_Batteriespeicher.html)
- [BNetzA Insight: Dunkelflaute? Kein Grund zur Panik](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/DieBundesnetzagentur/Insight/Texte/Energiewende/Dunkelflaute.html)
- [SMARD/BNetzA: Jahresrückblick 2025](https://www.smard.de/page/home/topic-article/216804/218954/hoechste-pv-einspeisung-in-jedem-quartal)
