# Gendern & Sprachpolitik

> Lehnt die Mehrheit Gendern ab? Macht es Texte unlesbar? 11 Streitpunkte mit Daten aus Allensbach und Sprachforschung — belegt und nachprüfbar.

- **URL:** https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/
- **Thema-ID:** `gendern`
- **Stand:** 2026-06-10
- **JSON-Daten:** https://fakten-stammtisch.de/data/gendern.json

## Kernzahlen

- 73 % stört Gendern mit Sonderzeichen (2023)
- Doppelnennung von 69 % akzeptiert
- Male Bias repliziert in Multi-Lab-Studie (N = 2.697)
- 11 Argumente

## Fakten

### Sprachliche Formen im Überblick

Geschlechtergerechte Sprache umfasst verschiedene Ansätze — von der etablierten Beidnennung über Sonderzeichen wie den Genderstern bis hin zu neutralen Formulierungen. Nicht alle Formen sind gleich akzeptiert, gleich verständlich oder gleich barrierefrei.

_Gängige Formen geschlechtergerechter Sprache_

| Form | Beispiel | Status |
| --- | --- | --- |
| Beidnennung | Ärztinnen und Ärzte | Breit akzeptiert, RdR-konform |
| Genderstern (*) | Ärzt*innen | Verbreitet, nicht im amtlichen Regelwerk |
| Gender-Doppelpunkt (:) | Ärzt:innen | Seit ~2020 verbreitet, nicht im Regelwerk |
| Gender-Gap (_) | Ärzt_innen | V. a. im akademischen Bereich |
| Schrägstrich | Ärzt/-innen | Traditionell, uneinheitliche Handhabung |
| Binnen-I | ÄrztInnen | Seit 1980ern, heute seltener |
| Neutralisierung | Ärztlich Tätige / Ärzteschaft | RdR-konform, nicht immer möglich |

### Öffentliche Meinung

Zahlreiche Umfragen zeigen ein konsistentes Bild: Eine Mehrheit lehnt Gendern mit Sonderzeichen ab. Die Ablehnung ist allerdings nicht monolithisch — Alter, Geschlecht und politische Orientierung spielen eine große Rolle. Zudem muss zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden: Die Beidnennung wird deutlich breiter akzeptiert als Sternchen oder Doppelpunkt.

_Ablehnung von Gendern mit Sonderzeichen (Forsa 2023)_

- 73 von 100: Befragten stört Gendern mit Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt.

_Zustimmung zum Gendersternchen nach Altersgruppe (Forsa 2023)_

- 18–29 J.: 42 %
- 30–44 J.: 31 %
- 45–59 J.: 14 %
- 60+ J.: 11 %

- Stört Gendern mit Sonderzeichen: 73 % (Forsa Juli 2023)
- Doppelnennung akzeptiert: 69 % (Infratest dimap / WDR 2022)
- Gegen Gender-Pflicht in Verwaltung: 75 % (Forsa Juli 2023)
- Gendern ‚gar nicht wichtig': 41 % (Infratest dimap / WDR 2022 (2020: 30 %))

- Einzig Grünen-Anhänger befürworten Gendern mit Sonderzeichen mehrheitlich (58 %). In allen anderen Parteianhängerschaften überwiegt die Ablehnung — auch 46 % sprechen sich aber gegen ein Genderverbot in Verwaltungstexten aus.

### Sprachforschung: Generisches Maskulinum

Eine der zentralen Fragen der Debatte lautet: Wird das generische Maskulinum tatsächlich als geschlechtsneutral verstanden? Die Sprachforschung untersucht seit über 20 Jahren, welche mentalen Bilder Personenbezeichnungen auslösen — mit konsistenten Ergebnissen.

- Eine Multi-Lab-Replikation mit 2.697 Teilnehmenden an 12 Laboren bestätigte 2024: Bei geschlechterinklusiven Formen werden signifikant mehr Frauen genannt als beim generischen Maskulinum.

- Hinweis ‚alle gemeint' im Test: Ohne Wirkung (Rothermund & Strack 2024, Uni Würzburg)
- Erstnachweis Male Bias: 2001 (Stahlberg, Sczesny & Braun)
- Stellenanzeigen-Experiment: N = 363 (Horvath & Sczesny 2015)
- Kinder & Berufswünsche: 591 Kinder (Vervecken & Hannover 2015)

Die Befunde zeigen einen robusten Effekt: Das generische Maskulinum löst überwiegend männliche Assoziationen aus — in der Würzburger Studie halfen nur kontextuelle Hinweise, nicht der bloße Verweis auf die geschlechtsübergreifende Bedeutung. Einschränkend gilt: Die meisten Studien sind Laborexperimente, und wie stark sich die gemessenen Effekte im Alltag auswirken, bleibt in der Forschung umstritten.

### Verständlichkeit und Lesbarkeit

- Eine Studie der TU Braunschweig (Friedrich & Heise 2019) testete vier Versionen eines Stromliefervertrags an 355 Studierenden: Kein signifikanter Unterschied in der Verständlichkeit zwischen generischem Maskulinum und geschlechtergerechten Versionen.

Weitere Studien stützen diesen Befund: Blake & Klimmt (2010) fanden bei Nachrichtentexten weder bei der Verständlichkeit noch bei der Textästhetik Nachteile. Allerdings beziehen sich die meisten Untersuchungen auf Beidnennung und Binnen-I — für neuere Formen wie Genderstern oder Doppelpunkt ist die Datenlage dünner. Die Universität Wien (Pabst & Kollmayer 2023) fand auch beim Genderstern keinen Verständlichkeitsnachteil, allerdings mit einer kleineren Stichprobe (N = 163).

### Regulierung und Rechtschreibrat

Die Frage, ob und wie gegendert werden soll, wird auf mehreren Ebenen verhandelt: Der Rat für deutsche Rechtschreibung legt die amtliche Orthografie fest, Bundesländer erlassen Regeln für Schulen und Verwaltung, und auf kommunaler Ebene entstehen eigene Leitfäden. Ein bundesweit einheitliches Vorgehen gibt es nicht.

_Wichtige Stationen_

- 1972: Abschaffung von ‚Fräulein' in Bundesbehörden
- 1978: Trömel-Plötz: erster deutschsprachiger Aufsatz zur feministischen Sprachkritik
- 1980: Geschlechtsneutrale Stellenausschreibungen (§ 611b BGB)
- 2017: BVerfG: Dritte Geschlechtsoption verfassungsrechtlich geboten
- 2018: Geschlechtseintrag ‚divers' im Personenstandsgesetz
- 2019: Hannover: Erste Großstadt mit Genderstern in Verwaltung
- 2021: RdR bekräftigt: Sonderzeichen nicht empfohlen; Duden: 12.000 weibliche Einträge
- 2023: RdR: Sonderzeichen ‚nicht im Kernbestand der Orthografie'
- 2024: Bayern, Hessen: Genderverbot in Verwaltung und Schulen
- 2025: Hamburg: Verfassungsgericht bestätigt Scheitern des Volksbegehrens gegen Gendersprache am Quorum

- Der Rat für deutsche Rechtschreibung stellt 2023 fest: Sonderzeichen wie Genderstern oder Doppelpunkt im Wortinnern ‚gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie' und können ‚derzeit nicht wissenschaftlich eindeutig begründet' ins Regelwerk aufgenommen werden.

### Bundesländer und Institutionen

Die Landschaft ist zerklüftet: Mehrere Bundesländer haben Gendern mit Sonderzeichen in Schulen und teils Verwaltung verboten, andere erlauben oder empfehlen es ausdrücklich. An Hochschulen existieren Sprachleitfäden, die allerdings Empfehlungen und keine verbindlichen Vorschriften sind. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben keinen einheitlichen Standard. Ein prominenter direktdemokratischer Vorstoß gegen das Gendern blieb ebenfalls erfolglos: In Hamburg scheiterte das Volksbegehren der Initiative ‚Schluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung' am Unterschriften-Quorum, was das Hamburgische Verfassungsgericht im Juli 2025 bestätigte.

_Genderregeln in den Bundesländern (Auswahl, Stand Juni 2026)_

| Land | Regelung | Scope | Seit |
| --- | --- | --- | --- |
| Bayern | Sonderzeichen verboten | Schulen, Hochschulen, Behörden | 04/2024 |
| Hessen | Sonderzeichen verboten | Ministerien, Landesverwaltung | 03/2024 |
| Sachsen | Sonderzeichen verboten + Genderklauseln | Schulen, Verwaltung, Partner | 07/2023 |
| Sachsen-Anhalt | Sonderzeichen verboten | Schulen | 08/2023 |
| Schleswig-Holstein | Sonderzeichen als Fehler gewertet | Schulen | 09/2021 |
| Bremen | Doppelpunkt empfohlen | Verwaltung, Schulen | 01/2021 |
| Berlin | Gendern nicht als Fehler gewertet | Schulen | laufend |
| Saarland | Doppelpunkt erlaubt | Schulen, Verwaltung | laufend |

- Länder mit Sonderzeichen-Verbot: mind. 5 (Bayern, Hessen, Sachsen, S.-Anhalt, SH)
- Länder erlauben Sonderzeichen: mind. 2 (Bremen, Saarland)
- Hochschulen mit Sprachleitfäden: rund 80 (Erhebung 2017 — Empfehlungen, keine Pflicht)
- ARD-weiter Gender-Standard: Keiner (Jede Rundfunkanstalt eigene Regeln)

### Barrierefreiheit

Ein oft übersehener Aspekt der Genderdebatte betrifft die Barrierefreiheit: Wie kommen blinde Menschen, Screenreader-Nutzer und Menschen mit Lernschwierigkeiten mit Genderzeichen zurecht? Die Antwort hängt stark von der gewählten Form ab.

_DBSV-Empfehlungen (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband)_

- Empfohlen
  - Erste Wahl: Geschlechtsneutrale Formulierungen
  - Zweite Wahl: Beidnennung (Ärztinnen und Ärzte)
  - Wenn Kurzform nötig: Genderstern (*)
- Nicht empfohlen
  - Doppelpunkt (:): Längere Pause, Satzende-Eindruck
  - Unterstrich (_): Schlecht erkennbar für Sehbehinderte
  - Binnen-I: Problematisch bei Groß-/Kleinschreibung

- In Leichter Sprache dürfen keine Sonderzeichen zum Gendern verwendet werden — nur Beidnennung und geläufige neutrale Formulierungen sind zulässig. Es gibt bislang keine Form, die alle Geschlechter einbezieht und gleichzeitig barrierefrei ist.

Die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund) hatte 2021 noch das Sternchen empfohlen, richtete ihre Publikation im November 2023 aber neu aus und gibt seitdem bewusst kein Votum mehr für ein bestimmtes Genderzeichen ab — sie benennt nur noch Grundprinzipien wie Wahrnehmbarkeit und Verständlichkeit. Das grundsätzliche Spannungsfeld bleibt: Inklusion über Sprache und Inklusion über Barrierefreiheit sind derzeit nicht vollständig miteinander vereinbar.

### Internationaler Vergleich

Die Debatte um geschlechtergerechte Sprache ist kein deutsches Phänomen. In vielen Sprachen werden ähnliche Diskussionen geführt — mit teils sehr unterschiedlichen Dynamiken und Ergebnissen.

_Geschlechtergerechte Sprache in anderen Ländern_

| Sprache | Ansatz | Status |
| --- | --- | --- |
| Englisch | Singular ‚they', Anrede ‚Mx.' | Merriam-Webster Word of the Year 2019, AP Stylebook erlaubt seit 2017 |
| Französisch | Écriture inclusive, point médian | Académie française: ‚péril mortel'; Senat verbietet es 2023 (221:82) |
| Schwedisch | Pronomen ‚hen' (seit 2015 im Wörterbuch) | ~50 % Nutzung 2018, seit 2020 rückläufig |
| Spanisch | Pronomen ‚elle', Endung ‚-e' | RAE lehnt ab; nur 2 % der US-Hispanics bevorzugen ‚Latinx' |
| Finnisch / Türkisch | Kein grammatisches Geschlecht | Male Bias in Studien dennoch nachweisbar |

- Selbst in Sprachen ohne grammatisches Geschlecht wie Finnisch und Türkisch zeigen Studien einen Male Bias bei geschlechtsneutralen Pronomen — der Zusammenhang zwischen Sprache und Denken ist komplexer als ein reines Grammatikproblem.

## Argumente

### Das Gendern zerstört die deutsche Sprache!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

Sprachwandel ist der Normalfall, nicht die Ausnahme: Das Deutsche hat Rechtschreibreformen, Anglizismen und neue Anredekonventionen aufgenommen, ohne Schaden zu nehmen. Die Beidnennung ist seit Jahrzehnten etabliert und vollständig regelkonform. Einen berechtigten Kern hat die Kritik bei den Sonderzeichen: Der Rat für deutsche Rechtschreibung benennt grammatische Folgeprobleme und hat sie nicht ins amtliche Regelwerk aufgenommen. Die Debatte betrifft damit primär neuere Kurzformen — nicht geschlechtergerechte Sprache insgesamt. Dass eine Sprache an umstrittenen Schreibweisen ‚zerbricht', ist sprachwissenschaftlich nicht belegbar.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/gendern-zerstoert-sprache/)

### Eine Mehrheit lehnt Gendern ab!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Das stimmt für Gendern mit Sonderzeichen: Laut Forsa (2023) stört es 73 % der Bevölkerung. Allerdings ist das Bild differenzierter: Unter den 18- bis 29-Jährigen befürworten 42 % den Genderstern, und die Doppelnennung wird von 69 % akzeptiert (Infratest dimap/WDR 2022). Die Ablehnung richtet sich vor allem gegen Sonderzeichen im Wortinnern — nicht gegen geschlechtergerechte Sprache an sich. Zudem sprechen sich 46 % gegen ein Genderverbot in Verwaltungstexten aus.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/mehrheit-lehnt-ab/)

### Gendern ist nur eine Modeerscheinung!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

Geschlechtergerechte Sprache wird seit den späten 1970ern wissenschaftlich diskutiert — Senta Trömel-Plötz veröffentlichte 1978 den ersten deutschsprachigen Aufsatz zur feministischen Sprachkritik, und seit 1980 sind geschlechtsneutrale Stellenausschreibungen gesetzlich vorgeschrieben. Richtig ist: Einzelne Formen wie der Genderstern sind deutlich jünger, und welche Schreibweise sich langfristig durchsetzt, ist offen. Die konkrete Form mag sich ändern — das Grundanliegen besteht aber seit über 45 Jahren und ist teilweise gesetzlich verankert.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/nur-modeerscheinung/)

### Sprache ändert doch nichts an der Realität!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

Die Forschung zeigt messbare Effekte: In einer Multi-Lab-Studie mit 2.697 Teilnehmenden (Brohmer et al. 2024) nannten Versuchspersonen bei geschlechterinklusiven Formen signifikant mehr Frauen, und Kinder trauen sich bei Beidnennung typisch männliche Berufe eher zu (Vervecken & Hannover 2015). Einen wahren Kern hat der Einwand trotzdem: Sprache allein ändert keine Gehälter und keine Karrierechancen, und die meisten Befunde stammen aus Laborexperimenten — wie stark sie im Alltag wirken, ist nicht abschließend geklärt. Dass Worte gar nichts bewirken, lässt sich nach aktueller Studienlage aber nicht halten.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/sprache-aendert-nichts/)

### Sprache schafft Realität — wer gendert, sorgt nachweislich für mehr Gleichstellung!

**Bewertung:** Ohne Kontext irreführend

Belegt ist ein Wahrnehmungseffekt, kein Gleichstellungseffekt: In Studien werden bei inklusiven Formen mehr Frauen genannt und verändern sich Berufsassoziationen — die Befunde dazu stehen im Abschnitt zur Sprachforschung. Das ist real — aber die meisten Befunde stammen aus Laborexperimenten, und wie stark sie im Alltag wirken, ist in der Forschung umstritten. Für die Kette ‚Gendern → messbar mehr Gleichstellung bei Gehältern, Aufstieg oder Ämtern' gibt es keinen Nachweis. Wer Sprache als Hebel sieht, kann sich auf die Wahrnehmungsbefunde stützen — sollte das ‚nachweislich' aber auf das beschränken, was tatsächlich nachgewiesen ist.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/gendern-schafft-gleichstellung/)

### Das generische Maskulinum meint doch alle!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Grammatisch ist das korrekt — das generische Maskulinum soll per Konvention alle Geschlechter umfassen. Die Sprachpsychologie zeigt jedoch, dass es nicht von allen so wahrgenommen wird: In Studien denken Versuchspersonen beim generischen Maskulinum überwiegend an Männer. Die Uni Würzburg (Rothermund & Strack 2024) fand, dass selbst ein expliziter Hinweis auf die geschlechtsübergreifende Bedeutung den Male Bias nicht beseitigt. Das generische Maskulinum funktioniert grammatisch, aber nicht immer kognitiv.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/generisches-maskulinum-reicht/)

### Gendern macht Texte unlesbar!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

In kontrollierten Studien beeinträchtigen geschlechtergerechte Formulierungen die Verständlichkeit nicht messbar: Die TU Braunschweig (Friedrich & Heise 2019) testete vier Versionen eines Vertrags an 355 Personen — ohne Unterschied im Verständnis. Das subjektive Empfinden, dass ungewohnte Formen den Lesefluss stören, ist trotzdem real, und es gibt berechtigte Barrierefreiheitsbedenken: Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband rät vom Doppelpunkt (Screenreader lesen ihn als lange Pause) und vom Unterstrich (für Sehbehinderte schlecht erkennbar) ab. Die Lesbarkeit hängt damit weniger am Gendern an sich als an der gewählten Form.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/gendern-unlesbar/)

### An den Unis wird man zum Gendern gezwungen!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

Sprachleitfäden sind an Hochschulen weit verbreitet — eine Erhebung der Leibniz Universität Hannover fand bereits 2017 rund 80 davon. Verbindlich sind sie in aller Regel nicht: Sie stellen Möglichkeiten dar, statt Schreibweisen vorzuschreiben. Der Rechtschreibrat hat 2023 darauf hingewiesen, dass es strittig sei, ob Hochschulen vom amtlichen Regelwerk abweichen dürfen. In Bayern gilt seit April 2024 ein Genderverbot auch an Hochschulen, mit Ausnahme der geschützten Freiheit von Forschung und Lehre. Es gibt also Empfehlungen, selten echten Druck, und zunehmend auch explizite Verbote.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/uni-genderzwang/)

### Gendern ist gegen die Regeln der deutschen Rechtschreibung!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Für Sonderzeichen wie Genderstern und Doppelpunkt trifft das im Kern zu: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat 2023 festgestellt, dass sie ‚nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie' gehören. Das gilt allerdings nicht für alle Formen — die Beidnennung und geschlechtsneutrale Formulierungen sind vollständig regelkonform. Der Rechtschreibrat beobachtet die Entwicklung bewusst weiter und schließt eine spätere Aufnahme nicht aus — er sieht sie aber ‚derzeit nicht wissenschaftlich eindeutig zu begründen'.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/gegen-rechtschreibung/)

### Andere Sprachen kommen auch ohne Gendern aus!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Das trifft auf manche Sprachen zu — Finnisch und Türkisch etwa kennen kein grammatisches Geschlecht. Allerdings zeigen Studien, dass selbst dort ein Male Bias bei geschlechtsneutralen Pronomen besteht. Und in vielen Sprachen mit Genussystem gibt es parallele Debatten: In Frankreich hat der Senat écriture inclusive 2023 mit 221:82 verboten, in Schweden wurde ‚hen' 2015 ins Wörterbuch der Schwedischen Akademie aufgenommen, im Englischen ist das singuläre ‚they' seit 2019 im Merriam-Webster. Das Anliegen ist international — die Lösungen fallen je nach Sprachstruktur verschieden aus.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/andere-sprachen-ohne/)

### Gendern ist Sprachpolizei und Bevormundung!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

Tatsächlich gibt es weder ein Bundesgesetz noch eine allgemeine Pflicht zum Gendern — die Sorge vor staatlicher Sprachkontrolle ist demokratisch berechtigt, nur zeigt die Regelungslage ein anderes Bild: Verbindliche Eingriffe sind bislang vor allem Verbote, denn mehrere Bundesländer untersagen Gendern in Schulen und Verwaltung. Kommunale Leitfäden wie in Hannover oder Bremen sind dagegen Empfehlungen, keine Vorschriften. Die Lage ist paradox: Kritisiert wird ein vermeintlicher Genderzwang, während die tatsächlichen staatlichen Sprachvorgaben überwiegend in die Gegenrichtung zielen.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/sprachpolizei/)

## Quellen

- [Rat für deutsche Rechtschreibung – Ergänzungspassus Sonderzeichen (2023)](https://www.rechtschreibrat.com/amtliches-regelwerk-der-deutschen-rechtschreibung-ergaenzungspassus-sonderzeichen)
- [Rat für deutsche Rechtschreibung – Erläuterungen, Begründung und Kriterien (2023)](https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-erlaeuterungen-begruendung-und-kriterien-vom-15-12-2023)
- [Forsa / stern – Große Mehrheit der Deutschen von Gendern genervt (2023)](https://www.stern.de/gesellschaft/gendern--grosse-mehrheit-der-deutschen-laut-forsa-umfrage-davon-genervt-33661462.html)
- [Infratest dimap / WDR – Gendergerechte Sprache (2022)](https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/gendergerechte-sprache/)
- [Brohmer et al. – Multi-Lab Replication: Effects of Generic Masculine, International Review of Social Psychology (2024)](https://rips-irsp.com/articles/10.5334/irsp.522)
- [Rothermund & Strack – Overcoming the Male Dominance of the Generic Masculine, Uni Würzburg (2024)](https://uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/generisches-maskulinum)
- [Friedrich & Heise – Gender-Fair Language and Comprehensibility, TU Braunschweig (2019)](https://idw-online.de/de/news716587)
- [Pabst & Kollmayer – Impact of Gender-Fair Language on Text Comprehensibility, Frontiers in Psychology (2023)](https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2023.1234860/full)
- [Blake & Klimmt – Geschlechtergerechte Formulierungen in Nachrichtentexten, Publizistik (2010)](https://link.springer.com/article/10.1007/s11616-010-0093-2)
- [Sczesny, Formanowicz & Moser – Can Gender-Fair Language Reduce Stereotyping?, Frontiers in Psychology (2016)](https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2016.00025/full)
- [Horvath & Sczesny – Reducing Women's Lack of Fit with Leadership, Uni Bern (2015)](https://boris.unibe.ch/75293/)
- [Vervecken & Hannover – Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children, Social Psychology (2015)](https://idw-online.de/de/news632492)
- [DBSV – Empfehlungen zum Gendern (2024)](https://www.dbsv.org/gendern.html)
- [BFIT-Bund – Die digitale Barrierefreiheit auf der semiotischen Ebene der Genderzeichen (2023)](https://www.bfit-bund.de/DE/Publikation/digitale-barrierefreiheit-semiotik-genderzeichen.html)
- [genderleicht.de – Gendern in Leichter Sprache: Anleitung](https://www.genderleicht.de/gendern-in-leichter-sprache-anleitung/)
- [ZEIT – Bayern verbietet Gendersprache in Schule und Verwaltung (2024)](https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-03/markus-soeder-bayern-gendersprache-verbot)
- [Haufe – Hessen verbietet Gendern in der Landesverwaltung (2024)](https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/hessen-verbietet-gendern-in-der-landesverwaltung_144_619764.html)
- [UEPO – Sachsen verpflichtet Verwaltung und Schulen zu amtlicher Rechtschreibung (2023)](https://uepo.de/2023/07/10/sachsen-verpflichtet-verwaltung-und-schulen-zu-amtlicher-rechtschreibung-kein-gendern-mit-sonderzeichen/)
- [GEW Sachsen – Fragen und Antworten zum Verbot der Genderzeichen an öffentlichen Schulen](https://www.gew-sachsen.de/aktuelles/detailseite/fragen-und-antworten-zum-verbot-der-genderzeichen-sternchen-doppelpunkt-unterstrich-an-oeffentlichen-schulen)
- [UEPO – Bildungsministerium Sachsen-Anhalt untersagt Schulen das Gendern mit Sternchen & Co. (2023)](https://uepo.de/2023/08/15/bildungsministerium-sachsen-anhalt-untersagt-schulen-das-gendern-mit-sternchen-co/)
- [Der Nordschleswiger – Karin Prien verbietet das Gender-Sternchen an Schulen (2021)](https://www.nordschleswiger.dk/de/suedschleswig/karin-prien-verbietet-gender-sternchen-schulen)
- [Senatspressestelle Bremen – Geschlechtersensible Sprache: Handreichung für Bremer Verwaltung (2021)](https://www.senatspressestelle.bremen.de/pressemitteilungen/geschlechtersensible-sprache-handreichung-fuer-bremer-verwaltung-350369)
- [Berliner Zeitung – Gendern bleibt in Berlins Behörden und Schulen erlaubt (2024)](https://www.berliner-zeitung.de/news/gendern-bleibt-in-berlins-behoerden-und-schulen-erlaubt-kein-genderverbot-li.2198795)
- [Utopia – Sachsens Gender-Verbot: So handhaben es andere Bundesländer (2023)](https://utopia.de/news/sachsens-gender-verbot-so-handhaben-es-andere-bundeslaender_547195/)
- [Diewald et al. – Geschlechtergerechte Sprache in Theorie und Praxis, Abschlussbericht, Leibniz Universität Hannover (2019)](https://www.gabrielediewald.de/fileadmin/_gd/downloads/Vorlaeufiger_Abschlussbericht_GGS.pdf)
- [dts / Oldenburger Onlinezeitung – ARD und ZDF wollen weiter gendern (2022)](https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/ard-und-zdf-wollen-weiter-gendern-89355.html)
- [Hamburgisches Verfassungsgericht – Urteile HVerfG 4/24 und 4/25: Anträge der Volksinitiative ‚Schluss mit Gendersprache' erfolglos (2025)](https://www.hamburgisches-verfassungsgericht.de/presse/urteile-des-hamburgischen-verfassungsgerichts-vom-4-juli-2025-4-24-und-4-25-antraege-der-volksinitiative-schluss-mit-gendersprache-in-verwaltung-und-bildung-erfolglos)
- [BVerfG – Dritte Geschlechtsoption, 1 BvR 2019/16 (2017)](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/10/rs20171010_1bvr201916.html)
- [Académie française – Lettre ouverte sur l'écriture inclusive (2021)](https://www.academie-francaise.fr/actualites/lettre-ouverte-sur-lecriture-inclusive)
- [SVT Nyheter – Användandet av hen verkar ha stannat av (2024)](https://www.svt.se/nyheter/inrikes/sprakvetaren-anvandandet-av-hen-verkar-ha-stannat-av)
- [Pew Research Center – U.S. Hispanics' Preferences Among Pan-Ethnic Terms (2024)](https://www.pewresearch.org/race-and-ethnicity/2024/09/12/u-s-hispanics-preferences-among-pan-ethnic-terms/)

_Basierend auf Daten von Infratest dimap, Forsa, dem Rat für deutsche Rechtschreibung, dem DBSV, dem BVerfG sowie Studien von Brohmer et al., Friedrich & Heise, Sczesny et al. und weiteren (Stand 2019–2025). Wo Exaktwerte methodisch schwer vergleichbar sind, werden Spannen oder qualitative Aussagen verwendet._
