# Eine Mehrheit lehnt Gendern ab!

Thema: Gendern & Sprachpolitik
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/gendern/mehrheit-lehnt-ab/
Bewertung: Teilweise wahr
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Das stimmt für Gendern mit Sonderzeichen: Laut Forsa (2023) stört es 73 % der Bevölkerung. Allerdings ist das Bild differenzierter: Unter den 18- bis 29-Jährigen befürworten 42 % den Genderstern, und die Doppelnennung wird von 69 % akzeptiert (Infratest dimap/WDR 2022). Die Ablehnung richtet sich vor allem gegen Sonderzeichen im Wortinnern — nicht gegen geschlechtergerechte Sprache an sich. Zudem sprechen sich 46 % gegen ein Genderverbot in Verwaltungstexten aus.

## Was hinter der Parole steckt

Die Aussage behandelt ‚Gendern' als Einheit, obwohl die Akzeptanz je nach Form stark auseinanderfällt — von breiter Zustimmung zur Beidnennung bis zu deutlicher Ablehnung der Sonderzeichen. Zudem ersetzt der Verweis auf die Mehrheit das Sachargument (argumentum ad populum): Aus einer Mehrheitsmeinung folgt nicht automatisch, was sprachlich sinnvoll ist.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Meinst du alle Formen geschlechtergerechter Sprache oder nur das Gendern mit Sternchen und Doppelpunkt?"
- „Was folgt für dich aus der Mehrheitsmeinung — und wie passt dazu, dass sich zugleich 46 % gegen ein Genderverbot aussprechen?"
- „Wie gehst du damit um, dass die Zustimmung bei den unter 30-Jährigen deutlich höher liegt?"

## Fakten dazu

### Öffentliche Meinung

Zahlreiche Umfragen zeigen ein konsistentes Bild: Eine Mehrheit lehnt Gendern mit Sonderzeichen ab. Die Ablehnung ist allerdings nicht monolithisch — Alter, Geschlecht und politische Orientierung spielen eine große Rolle. Zudem muss zwischen verschiedenen Formen unterschieden werden: Die Beidnennung wird deutlich breiter akzeptiert als Sternchen oder Doppelpunkt.

_Ablehnung von Gendern mit Sonderzeichen (Forsa 2023)_

- 73 von 100: Befragten stört Gendern mit Sonderzeichen wie Sternchen oder Doppelpunkt.

_Zustimmung zum Gendersternchen nach Altersgruppe (Forsa 2023)_

- 18–29 J.: 42 %
- 30–44 J.: 31 %
- 45–59 J.: 14 %
- 60+ J.: 11 %

- Stört Gendern mit Sonderzeichen: 73 % (Forsa Juli 2023)
- Doppelnennung akzeptiert: 69 % (Infratest dimap / WDR 2022)
- Gegen Gender-Pflicht in Verwaltung: 75 % (Forsa Juli 2023)
- Gendern ‚gar nicht wichtig': 41 % (Infratest dimap / WDR 2022 (2020: 30 %))

- Einzig Grünen-Anhänger befürworten Gendern mit Sonderzeichen mehrheitlich (58 %). In allen anderen Parteianhängerschaften überwiegt die Ablehnung — auch 46 % sprechen sich aber gegen ein Genderverbot in Verwaltungstexten aus.

## Quellen

- [Forsa / stern – Große Mehrheit der Deutschen von Gendern genervt (2023)](https://www.stern.de/gesellschaft/gendern--grosse-mehrheit-der-deutschen-laut-forsa-umfrage-davon-genervt-33661462.html)
- [Infratest dimap / WDR – Gendergerechte Sprache (2022)](https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/gendergerechte-sprache/)
