# Ausländer belasten unser Gesundheitssystem

Thema: Deutsches Gesundheitssystem
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/gesundheit/auslaender-gesundheit/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Es kommt auf die Gruppe an: Erwerbsmigrant:innen sowie EU-Bürger:innen zahlen Beiträge wie alle anderen GKV-Mitglieder auch – und nehmen statistisch im Schnitt weniger Leistungen in Anspruch als die ältere inländische Bevölkerung, weil sie jünger und erwerbstätig sind. Für Asylsuchende gilt zunächst nur ein eingeschränkter Leistungsumfang (AsylbLG: akute Erkrankungen, Schmerzen, Schwangerschaft, Impfungen); erst nach 36 Monaten ist der Leistungsumfang deutlich erweitert. Punktuelle Mehrkosten bei der Erstversorgung Asylsuchender gibt es — sie tragen aber überwiegend Kommunen und Länder, nicht die GKV. Die Haupttreiber der Finanzierungsprobleme sind strukturell: steigende Ausgaben durch die alternde Bevölkerung, Überkapazitäten im Krankenhausbereich und zu wenig Prävention.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole wirft sehr verschiedene Gruppen — erwerbstätige Beitragszahler, EU-Bürger, Asylsuchende — in einen Topf und macht sie zum Sündenbock für strukturelle Kostenprobleme. Das Muster lenkt von den eigentlichen Treibern ab (alternde Bevölkerung, Klinik-Überkapazitäten, zu wenig Prävention) und unterstellt eine Belastung, die die Beitragsbilanz dieser Gruppen nicht hergibt.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wen genau meinst du — die Pflegekraft mit ausländischem Pass, die Beiträge zahlt, oder Asylsuchende mit eingeschränktem Leistungsanspruch?"
- „Wenn Erwerbsmigranten im Schnitt jünger sind und mehr einzahlen als sie abrufen — belasten sie das System dann oder stützen sie es?"
- „Was treibt die GKV-Ausgaben stärker: ein paar Prozent Zugewanderte oder die Alterung der gesamten Bevölkerung?"

## Fakten dazu

### Was kostet unser Gesundheitssystem?

Deutschland gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben.

_Gesundheitsausgaben pro Kopf 2023 (kaufkraftbereinigt, USD)_

- USA: 14775 USD
- Schweiz: 9900 USD
- Deutschland: 9365 USD
- Norwegen: 8200 USD
- OECD-Schnitt: 5967 USD

- GKV-Gesamtbeitrag: 17,5 % (14,6 % + 2,9 % Zusatzbeitrag (2026))
- GKV-Ausgaben 2025: 352,4 Mrd. € (Ist-Ausgaben (+7,8 % ggü. 2024))
- BIP-Anteil Gesundheit: 12,3 % (OECD-Schnitt: 9,3 % (Health at a Glance 2025))

_GKV-Gesamtbeitragssatz seit 2015 (allgemeiner Beitrag + durchschnittlicher Zusatzbeitrag)_

- 2015: 15.5 %
- 2018: 15.6 %
- 2020: 15.7 %
- 2022: 15.9 %
- 2024: 16.3 %
- 2025: 17.1 %
- 2026: 17.5 %

_GKV-Beitrag bei zwei Beispiel-Gehältern (2026, 17,5 % Gesamtbeitrag; Schätzwerte für Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer)_

| Position | Mindestlohn (~2.220 € brutto) | Median (~3.000 € brutto) |
| --- | --- | --- |
| AN-Anteil GKV (8,75 %) | 194 € | 263 € |
| AG-Anteil GKV (8,75 %) | 194 € | 263 € |
| GKV gesamt | 388 € | 525 € |
| + Pflegeversicherung AN | ~40 € | ~53 € |
| Abzug vom Brutto (AN gesamt) | ~234 € | ~316 € |
| verbleibend netto (ca.) | ~1.570 € | ~2.050 € |

### Prävention: Geringer Anteil an den Gesamtausgaben

Das deutsche Gesundheitssystem konzentriert große Teile seiner Ausgaben auf Behandlung. Die Ausgaben für Prävention sind im Vergleich zu den Gesamtausgaben gering.

_Gesundheitsausgaben nach Leistungsart 2023_

- Pflege & Therapie: 31% (155,1 Mrd. EUR)
- Ärztliche Leistungen: 24% (118,3 Mrd. EUR)
- Arzneimittel: 16% (77,9 Mrd. EUR)
- Prävention: 5% (24,8 Mrd. EUR)
- Gesamt: Gesamtausgaben: 500,8 Mrd. EUR

- Nur 4,9 % der Gesundheitsausgaben (24,8 Mrd. von 500,8 Mrd. €) flossen 2023 in Prävention — 298 € je Einwohner. Der GKV-Anteil für Präventionsaktivitäten lag 2024 bei nur 686 Mio. €, also weniger als 0,2 % der GKV-Ausgaben.

Für viele Präventionsmaßnahmen – insbesondere Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen – belegt die Forschung einen deutlich positiven Kosten-Nutzen-Effekt. Nicht jede Maßnahme ist gleich wirksam; der Return on Investment variiert je nach Intervention erheblich. Konsens besteht jedoch darin, dass insbesondere bei Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Prävention mittel- bis langfristig Behandlungskosten senkt.

## Quellen

- [OECD – Health at a Glance 2025](https://www.oecd.org/en/publications/health-at-a-glance-2025_8f9e3f98-en/full-report/health-expenditure-per-capita_affe6b0a.html)
- [GKV-Schätzerkreis – Prognose 2025/2026](https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/service/newsroom/detail/gkv-schaetzerkreis-schaetzt-die-finanziellen-rahmenbedingungen-der-gesetzlichen-krankenversicherung-fuer-die-jahre-2025-und-2026/)
- [RKI – Gesundheitsberichterstattung Präventionsausgaben](https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Rahmenbedingungen/PolitischeRahmenbedingungen/GesetzlicheGrundlagen/Praeventionsausgaben/praeventionsausgaben_node.html)
- [GKV-Spitzenverband – Präventionsbericht 2025](https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2158637.jsp)
- [BMG - Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege)
- [Destatis - Gesundheitsausgaben nach Leistungsarten 2023](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Tabellen/leistungsarten.html)
- [BMG – Finanzentwicklung der GKV 2025](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/finanzentwicklung-gkv-2025)
