# Homöopathie/Alternativmedizin sollte von der Kasse bezahlt werden

Thema: Deutsches Gesundheitssystem
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/gesundheit/homoeopathie/
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Für Homöopathie gibt es keine robuste, reproduzierbare Evidenz eines Nutzens über Placebo hinaus. Der Gesetzgeber hat 2023 mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz die Möglichkeit der Krankenkassen gestrichen, Homöopathie als freiwillige Satzungsleistung zu erstatten – begründet mit dem fehlenden Nachweis des Nutzens. In einem System mit konkreten Engpässen bei Pflege, Psychotherapie und Prävention ist die Mittelverwendung nach Evidenz ein nachvollziehbares Prinzip.

## Fakten dazu

### Prävention: Geringer Anteil an den Gesamtausgaben

Das deutsche Gesundheitssystem konzentriert große Teile seiner Ausgaben auf Behandlung. Die Ausgaben für Prävention sind im Vergleich zu den Gesamtausgaben gering.

_Gesundheitsausgaben nach Leistungsart 2023_

- Pflege & Therapie: 31% (155,1 Mrd. EUR)
- Ärztliche Leistungen: 24% (118,3 Mrd. EUR)
- Arzneimittel: 16% (77,9 Mrd. EUR)
- Prävention: 5% (24,8 Mrd. EUR)
- Gesamt: Gesamtausgaben: 500,8 Mrd. EUR

- Nur 4,9 % der Gesundheitsausgaben (24,8 Mrd. von 500,8 Mrd. €) flossen 2023 in Prävention — 298 € je Einwohner. Der GKV-Anteil für Präventionsaktivitäten lag 2024 bei nur 686 Mio. €, also weniger als 0,2 % der GKV-Ausgaben.

Für viele Präventionsmaßnahmen – insbesondere Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen – belegt die Forschung einen deutlich positiven Kosten-Nutzen-Effekt. Nicht jede Maßnahme ist gleich wirksam; der Return on Investment variiert je nach Intervention erheblich. Konsens besteht jedoch darin, dass insbesondere bei Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Prävention mittel- bis langfristig Behandlungskosten senkt.

### Psychische Gesundheit: Versorgungsnotstand

Die Versorgungslage in Psychotherapie und Psychiatrie bleibt angespannt. Das Zi meldet für das 1. Halbjahr 2025 erneut steigende Fallzahlen in diesem Bereich.

- Fallzahl-Zuwachs gesamt: +3,4 % (Psychotherapie und Psychiatrie, 1. Halbjahr 2025 vs. Vorjahr)
- Kinder- & Jugendpsychiatrie: +5,7 % (noch stärkerer Fallzahl-Anstieg im 1. Halbjahr 2025)
- Terminvermittlung: < 50 % (Suchanfragen 2024 fristgerecht über Terminservicestellen vermittelt)

- Auch Terminservicestellen lösen das Problem nur teilweise: 2024 wurde weniger als die Hälfte der eingegangenen Suchanfragen fristgerecht vermittelt.

Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie verzeichnet mit +5,7 % den stärksten Zuwachs aller Fachbereiche. Strukturelle Lösungen – mehr Studienplätze für Psychotherapie, kürzere Ausbildungswege – sind zwar beschlossen, greifen aber erst mittelfristig.

## Quellen

- [Zi-Trendreport Psychotherapie 2025](https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/zi-trendreport-fuer-das-1-halbjahr-2025-weiter-steigende-fallzahlen-in-psychotherapie-und-psychiatrie/)
- [RKI – Gesundheitsberichterstattung Präventionsausgaben](https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Rahmenbedingungen/PolitischeRahmenbedingungen/GesetzlicheGrundlagen/Praeventionsausgaben/praeventionsausgaben_node.html)
- [GKV-Spitzenverband – Präventionsbericht 2025](https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2158637.jsp)
- [KBV - Statistik Terminservicestellen 2024](https://www.kbv.de/infothek/zahlen-und-fakten/gesundheitsdaten/statistik-terminservicestellen)
- [Destatis - Gesundheitsausgaben nach Leistungsarten 2023](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Tabellen/leistungsarten.html)
