# Das Stromnetz hält die vielen Wärmepumpen nicht aus!

Thema: Heizungswechsel 2026
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/heizung/stromnetz-bricht-zusammen/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Der Hochlauf erzeugt vor allem im Verteilnetz lokale Anforderungen. Die Fraunhofer-IEE-Studie 2026 liefert dafür erstmals robuste Gleichzeitigkeitsfaktoren (Luft/Wasser ~1,1, Sole/Wasser ~0,8). § 14a EnWG ermöglicht netzdienliches Dimmen mit garantierter Mindestleistung 4,2 kW gegen reduzierte Netzentgelte — also Steuerung statt Abschalten.

## Was hinter der Parole steckt

Worst-Case-Szenarien werden zur Regel umgewertet. Tatsächlich erlauben die Fraunhofer-IEE-Modellrechnungen 2026 einen WP-Hochlauf von rund 1 Mio./Jahr ohne flächendeckende Engpässe, und § 14a EnWG regelt seit 2024 einzelne lokale Engpass-Eingriffe gegen reduzierte Netzentgelte. Lokale Verteilnetz-Aufgabe (lösbar mit Trafo-Tausch) wird zum systemischen Crash hochgerechnet.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wenn Fraunhofer IEE einen WP-Hochlauf von 1 Mio. pro Jahr ohne systemischen Crash sieht — auf welche Studie stützt sich dein Gegenmodell?"
- „Wusstest du, dass § 14a EnWG seit 2024 lokale Steuerung erlaubt und du dafür reduzierte Netzentgelte bekommst?"
- „Was unterscheidet einen lokal lösbaren Verteilnetz-Punkt von ‚das Stromnetz bricht zusammen‘ in deiner Argumentation?"

## Fakten dazu

### Stromnetz: Hochlauf bringt lokale Aufgaben, keine flächendeckende Krise

Der Wärmepumpen-Hochlauf erhöht Stromverbrauch und Lastspitzen vor allem im Verteilnetz. Die Fraunhofer-IEE-Studie 2026 zur Integration von Wärmepumpen in Stromnetze liefert erstmals belastbare Lastprofile und Gleichzeitigkeitsfaktoren.

- Gleichzeitigkeit LW: 1,1 (Luft/Wasser, normiert auf elektr. Nennleistung)
- Gleichzeitigkeit SW: 0,8 (Sole/Wasser im Kollektiv)
- Engpassrisiko: lokal (vor allem im Niederspannungs-Verteilnetz)

- Nach § 14a EnWG sind WP über 4,2 kW steuerbare Verbrauchseinrichtungen: Sie erhalten reduzierte Netzentgelte; im Engpassfall darf der Netzbetreiber dimmen, eine Mindestleistung von 4,2 kW bleibt garantiert.

- Die Fraunhofer-IEE-Studie zeigt: flexible Betriebsweisen (z. B. zeitvariable Tarife, dynamische Netzentgelte) können Lastspitzen wirksam reduzieren.

## Quellen

- [Fraunhofer IEE — Wärmepumpen im Stromnetz (Studie, April 2026)](https://www.iee.fraunhofer.de/de/presse-infothek/Presse-Medien/2026/waermepumpen-im-stromnetz--studie-liefert-neue-grundlagen-fuer-n.html)
- [Bundesnetzagentur — § 14a EnWG, steuerbare Verbrauchseinrichtungen](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/BK06/BK6_83_Zug_Mess/841_SteuVE/BK6_SteuVE_node.html)
