# Innere Sicherheit & Kriminalität

> Wird Deutschland immer unsicherer? Antworten zu Kriminalitätstrend, Messerangriffen, No-go-Areas, Polizei und Videoüberwachung — Quellen BKA, Destatis und DIW.

- **URL:** https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/
- **Thema-ID:** `innere-sicherheit`
- **Stand:** 2026-07-08
- **JSON-Daten:** https://fakten-stammtisch.de/data/innere-sicherheit.json

## Kernzahlen

- 5,51 Mio. Straftaten 2025 (−5,6 %, zweiter Rückgang in Folge)
- Aufklärungsquote stabil bei rund 58 %
- 342.500 Vollzeitäquivalente bei der Polizei (2024)
- 10 Argumente

## Fakten

### Kriminalität im Langzeittrend

Das Gefühl, Deutschland werde ‚immer unsicherer‘, hält dem Langzeitvergleich nicht stand. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des BKA erfasst seit Jahrzehnten alle polizeilich bekannt gewordenen Straftaten. 2025 wurden 5.508.559 Straftaten registriert — ein weiteres Minus von 5,6 % gegenüber 2024 und damit der zweite Rückgang in Folge, deutlich unter dem Höchststand der 1990er Jahre. Gemessen an der Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) lag bereits das Niveau von 2024 klar unter dem von 1993 oder 2004.

_Häufigkeitszahl: erfasste Straftaten pro 100.000 Einwohner_

- 1993: 8337 pro 100.000 EW
- 2004: 8037 pro 100.000 EW
- 2014: 7530 pro 100.000 EW
- 2019: 6548 pro 100.000 EW
- 2021: 6070 pro 100.000 EW
- 2022: 6762 pro 100.000 EW
- 2023: 7042 pro 100.000 EW
- 2024: 6894 pro 100.000 EW

_Straftaten insgesamt im Langzeitvergleich (barrierefreie Datenansicht)_

| Jahr | Erfasste Fälle | Häufigkeitszahl |
| --- | --- | --- |
| 1993 | 6.750.613 | 8.337 |
| 2004 | 6.633.156 | 8.037 |
| 2019 | 5.436.401 | 6.548 |
| 2021 (Corona-Tief) | 5.047.860 | 6.070 |
| 2023 | 5.940.667 | 7.042 |
| 2024 | 5.837.445 | 6.894 |

- Der absolute Höchststand der Kriminalität im wiedervereinigten Deutschland war 1993 mit 6,75 Mio. Straftaten — nicht heute. Das Niveau 2021 war durch Corona-Maßnahmen besonders niedrig, der Anstieg 2022/2023 ist teils ein Nachholeffekt. 2024 und 2025 sanken die Zahlen zwei Jahre in Folge, zuletzt auf 5,51 Mio. Straftaten.

### Gewaltkriminalität & Messerangriffe

Ein wichtiger Wahrheitskern: Die Gewaltkriminalität war über Jahre real gestiegen und erreichte 2024 mit 217.277 Fällen den höchsten Stand seit Einführung der Kategorie 2007 (+1,5 % gegenüber 2023). 2025 kehrte sich dieser Trend erstmals seit 2021 um: Die Gewaltkriminalität sank auf 212.335 Fälle (−2,3 %). Sie macht damit weiterhin rechnerisch nur rund 3,9 % aller 5,51 Mio. Straftaten 2025 aus — ernst zu nehmen, aber ein kleiner Teilbereich des Gesamtgeschehens, der sich zuletzt sogar leicht entspannt hat.

- Gewaltdelikte 2025: 212.335 (−2,3 %, erster Rückgang seit 2021)
- Messerangriffe 2025: 29.243 (+0,8 % — nahezu unverändert zu 2024)

_Anteil der Gewaltkriminalität an allen Straftaten (PKS 2025)_

- 4 von 100: Straftaten 2025 waren Gewaltdelikte — der weit überwiegende Rest sind Eigentums- und Vermögensdelikte.

_Ausgewählte Gewaltdelikte 2023 vs. 2024_

| Delikt | 2023 | 2024 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- |
| Gewaltkriminalität gesamt | 214.099 | 217.277 | +1,5 % |
| Gefährliche/schwere Körperverletzung | 154.541 | 158.177 | +2,4 % |
| Raub | 44.857 | 43.194 | −3,7 % |
| Gef./schw. KV mit Messer | 8.951 | 9.620 | +7,5 % |

- Das Bild ist nicht durchgängig ‚immer mehr Gewalt‘: Raubdelikte gingen 2024 um 3,7 % zurück. Bei den Messerangriffen zeigt sich 2025 ein gemischtes Bild: Die Gesamtzahl blieb mit 29.243 Fällen nahezu stabil (+0,8 %), während die Messerangriffe im engeren Kontext der Gewaltkriminalität auf 14.787 Fälle sanken (−6,1 %) — ein Hinweis darauf, dass sich auch dieser Teilbereich zuletzt eher entspannt als verschärft hat.

### Sicherheitsgefühl vs. reale Lage

Sicherheitsgefühl und tatsächliche Betroffenheit klaffen auseinander. Laut der BKA-Dunkelfeldstudie ‚Sicherheit und Kriminalität in Deutschland‘ (SKiD 2024) ist die Kriminalitätsfurcht zwischen 2020 und 2024 bei fast allen Delikten gestiegen — am stärksten bei Internetbetrug, Körperverletzung und sexueller Belästigung. Die tatsächliche Opferwerdung liegt bei den meisten Gewaltdelikten dagegen niedrig: 2023 wurden 2,6 % der Befragten Opfer einer Körperverletzung.

- fühlen sich tagsüber sicher: 88,7 % (auf öffentlichen Straßen und Plätzen)
- Opfer einer Körperverletzung: 2,6 % (tatsächliche Betroffenheit 2023)
- weichen nachts Fremden aus: 41,7 % (verbreitetes Vermeideverhalten)

_Anteil mit großen Sorgen über Kriminalität (Sozio-oekonomisches Panel, SOEP)_

- 2000: 54 % der Befragten
- 2013: 31 % der Befragten
- 2016: 47 % der Befragten
- 2023: 38 % der Befragten

- Die Sorge vor Kriminalität schwankt stark mit der allgemeinen Stimmungslage, nicht mit der realen Kriminalitätsentwicklung: 2013 war sie auf einem Tiefpunkt (31 %), 2016 sprang sie auf 47 %. Gefühlte und tatsächliche Sicherheit sind zwei verschiedene Dinge.

### Aufklärungsquote & Polizeipräsenz

Zwei verbreitete Behauptungen — ‚die Polizei ist kaputtgespart‘ und ‚die Aufklärungsquote ist im Keller‘ — halten den Zahlen nicht stand. Die Aufklärungsquote ist seit Jahren stabil: 2024 lag sie bei 58,0 %, 2025 bei 57,9 %. Und die Polizei wurde personell aufgestockt, nicht abgebaut.

- Aufklärungsquote 2024: 58,0 % (2025: 57,9 % — stabil)
- Vollzeitäquivalente Polizei: 342.500 (Bund und Länder, Stand 30.06.2024)
- Straftaten 2025: 5,51 Mio. (−5,6 % — zweiter Rückgang in Folge)

- Zum 30.06.2024 zählten Bund und Länder rund 342.500 Vollzeitäquivalente bei der Polizei, davon etwa 294.000 Beamtinnen und Beamte. Bereits 2017 verzeichnete die Polizei mit rund 319.400 Beschäftigten den größten Personalzuwachs seit über 20 Jahren. Der Personalstand ist seit 2017 also gestiegen, nicht gesunken. Davon zu trennen sind Debatten über Arbeitsbelastung, Bürokratie und Ausstattung.

Die Aufklärungsquote schwankt stark nach Delikt: Bei Tötungs- und Gewaltdelikten ist sie hoch, weil Opfer und Täter sich oft kennen; bei Fahrraddiebstahl oder Wohnungseinbruch ist sie deutlich niedriger, weil Täter selten auf frischer Tat gefasst werden. Die stabile Gesamtquote um 58 % ist damit ein Mittelwert über sehr unterschiedliche Deliktarten.

### ‚No-go-Areas‘ & kriminalitätsbelastete Orte

Der Begriff ‚No-go-Area‘ im Sinne rechtsfreier Räume ist in der deutschen Sicherheitsdebatte fest verankert — trifft aber nicht, was Polizei und Behörden tatsächlich beobachten. Anerkannt werden Problemlagen an einzelnen Orten; diese führt die Polizei als ‚Angsträume‘ oder ‚kriminalitätsbelastete Orte‘.

- **Behauptung:** ‚No-go-Areas‘ sind rechtsfreie Räume, in die sich Polizei und Staat nicht mehr trauen.
  - **Faktencheck:** Polizei und Innenbehörden weisen den Begriff seit Jahrzehnten zurück: Bereits 1998 stellte ein Brandenburger Polizeiführer klar, es gebe keine ‚rechtsfreien Räume, wo das staatliche Gewaltmonopol nicht greift‘; Berlins Innensenator betonte 2004, es gebe ‚nirgendwo in Berlin No-go-Areas‘.
- **Behauptung:** An Problemorten wie dem Kottbusser Tor hat sich der Staat zurückgezogen.
  - **Faktencheck:** Das Gegenteil ist der Fall: An den polizeilich als ‚kriminalitätsbelastete Orte‘ geführten Plätzen (in Berlin aktuell sieben, u. a. Alexanderplatz, Görlitzer Park, Kottbusser Tor) gelten erweiterte Befugnisse — verdachtsunabhängige Identitätskontrollen, Durchsuchungen und Videoüberwachung schon im Vorfeld einer konkreten Gefahr, auf Grundlage des Berliner ASOG.

### Videoüberwachung & Prävention — was wirkt?

Mehr Videoüberwachung ist eine zentrale Forderung in der Sicherheitsdebatte. Die Forschung zeichnet ein differenziertes Bild: Videoüberwachung wirkt vor allem dort, wo Taten planbar sind und in abgegrenzten Räumen stattfinden — kaum dagegen bei spontaner Gewalt im Affekt. Eine internationale Meta-Analyse (Welsh & Farrington) findet einen ‚moderaten, aber signifikanten‘ Gesamteffekt, getragen vor allem von Parkhäusern.

_Wo Videoüberwachung wirkt — und wo kaum_

- Eher wirksam
  - Kfz-Diebstahl in Parkhäusern: deutlicher Rückgang (über 40 %)
  - Planbare Eigentumsdelikte: messbar reduziert
- Kaum wirksam
  - Gewaltkriminalität: kein nachweisbarer Effekt
  - Taschendiebstahl: nur 2–4 % weniger

- Praxisbeispiele bestätigen die Vorsicht: Der Videotest in der Berliner U-Bahn (2006/07) brachte keinen Sicherheitsgewinn — von tausenden Delikten lag nur in 78 Fällen verwertbares Material vor. In Mannheim stieg durch KI-gestützte Überwachung bislang nur das subjektive Sicherheitsgefühl (von 51 % auf 58 %); eine belastbare Bewertung der objektiven Wirkung steht erst 2027 an. Kameras können Polizeiarbeit ergänzen, aber nicht ersetzen.

### Regionaler Vergleich: Stadt, Land, Ost & West

Wo ist es am unsichersten? Die Kriminalitätshäufigkeit unterscheidet sich stark nach Region — aber anders, als es manche Wahlkampferzählung nahelegt. Die höchsten Häufigkeitszahlen haben durchweg die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg, nicht der Osten. Großstädte haben strukturell höhere Werte: Pendler, Tourismus und eine andere Deliktstruktur treiben die Statistik. Ein fairer Vergleich stellt Großstadt gegen Großstadt, nicht Großstadt gegen Flächenland. Hinweis zur Vergleichbarkeit: Die Länderzahlen beruhen auf der aktuellen Bevölkerungsbasis (Zensus 2022); die bundesweite Häufigkeitszahl liegt dadurch bei 6.995 statt der 6.894 aus der älteren Langzeitreihe (Zensus 2011).

_Straftaten je 100.000 Einwohner nach Bundesland (PKS 2024, Basis Zensus 2022)_

- Bremen: 14998 pro 100.000 EW
- Berlin: 14719 pro 100.000 EW
- Hamburg: 12147 pro 100.000 EW
- Sachsen-Anhalt: 8588 pro 100.000 EW
- Bund gesamt: 6995 pro 100.000 EW
- Meckl.-Vorp.: 6878 pro 100.000 EW
- Bayern: 4726 pro 100.000 EW

- Kein pauschaler Ost-West-Graben: Unter den Flächenländern liegt nur Sachsen-Anhalt (8.588) klar über dem Bundesschnitt (6.995). Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 6.878 sogar darunter, ebenso wie die sichersten Länder Bayern (4.726) und Baden-Württemberg (5.230). Die Spannweite innerhalb Westdeutschlands ist größer als der Unterschied zwischen Ost und West.

- Und die Entwicklung zeigt nicht überall nach oben: 2024 gingen die Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern (−2,7 %) und Sachsen-Anhalt (−5,0 %) zurück, in Berlin blieben sie nahezu stabil (+0,4 %).

### Was die Kriminalstatistik zeigt — und was nicht

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) misst nicht die tatsächliche Kriminalität (das sogenannte Dunkelfeld), sondern nur das polizeilich bekannt gewordene Hellfeld — und sie zählt Tatverdächtige, keine rechtskräftig verurteilten Täter. Wie viele Fälle ins Hellfeld gelangen, hängt auch vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung und von der Kontrollintensität der Polizei ab: Wo mehr kontrolliert wird, wird auch mehr entdeckt.

- Kontrolliert — als ausländisch wahrgenommen: 8,3 % (im öffentlichen Raum, SVR-Umfrage 2023)
- Kontrolliert — ‚weiße Norm‘: 4,4 % (gleicher Zeitraum, gleiche Umfrage)

- Die Studienautoren warnen selbst vor einer zu einfachen Erklärung: Neben Racial Profiling lässt sich auch die Lage vieler Kontrollen in sozial benachteiligten Vierteln mit hohem Zuwandereranteil statistisch nicht vollständig herausrechnen. Kontrollintensität ist zudem nur einer von mehreren Faktoren, die das Hellfeld prägen — sie verzerrt vor allem sogenannte Kontrolldelikte wie Drogendelikte, während die meisten anderen Straftaten über Anzeigen der Bevölkerung erfasst werden.

## Argumente

### Die Kriminalität explodiert, Deutschland wird immer unsicherer!

**Bewertung:** Irreführend

Tatsächlich liegt die Gesamtkriminalität heute unter dem Niveau der 1990er und sinkt seit zwei Jahren: 2025 zählte die PKS 5,51 Mio. Straftaten — rund 5,6 % weniger als 2024 und klar unter dem Höchststand von 1993 (6,75 Mio.). Richtig ist: Die Gewaltkriminalität war bis 2024 real gestiegen und erreichte damals ein Hoch. 2025 ging aber auch sie erstmals seit 2021 zurück (−2,3 %) und macht weiterhin nur etwa 3,9 % aller Straftaten aus. ‚Explodiert‘ trifft auf das Gesamtbild nicht zu — die Lage ist differenziert, nicht dramatisch.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/kriminalitaet-explodiert/)

### Überall Messerangriffe, man kann ja gar nicht mehr auf die Straße!

**Bewertung:** Irreführend

Messerangriffe gibt es, und sie werden seit 2024 erstmals systematisch erfasst: 2025 waren es 29.243 Fälle — nahezu unverändert zu 2024 (+0,8 %). Im engeren Kontext der Gewaltkriminalität sanken sie sogar auf 14.787 Fälle (−6,1 %). Bei der gefährlichen Körperverletzung war der Messeranteil zuvor von 8.951 (2023) auf 9.620 Fälle (2024) gestiegen — das bleibt ernst zu nehmen, auch wenn die Gesamtentwicklung 2025 kein weiteres Anwachsen zeigt. Aber ‚überall‘ und ‚man kann nicht mehr raus‘ ist Wahrnehmung, nicht Statistik: Tagsüber fühlen sich laut BKA fast 89 % der Menschen auf Straßen und Plätzen sicher. Das individuelle Risiko bleibt sehr gering.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/ueberall-messerangriffe/)

### Früher konnte man nachts noch ohne Angst auf die Straße gehen!

**Bewertung:** Irreführend

Die Nostalgie täuscht: In den 1990ern wurden pro Kopf mehr Straftaten erfasst als heute — 1993 lag die Häufigkeitszahl bei 8.337 pro 100.000 Einwohner, 2024 bei rund 6.894. Objektiv war es ‚früher‘ also nicht sicherer, eher im Gegenteil. Die Kriminalitätsfurcht folgt zudem oft der Stimmungslage, nicht der realen Lage: 2013 war die Sorge vor Kriminalität auf einem Tiefpunkt, 2016 sprang sie deutlich nach oben — bei real kaum veränderter Lage.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/frueher-ohne-angst/)

### In den No-go-Areas hat der Staat doch längst kapituliert!

**Bewertung:** Überwiegend falsch

‚No-go-Areas‘ im Sinne rechtsfreier Räume gibt es in Deutschland nach Einschätzung von Polizei und Innenbehörden nicht — schon Berlins Innensenator und Brandenburger Polizeiführung wiesen den Begriff zurück. Was es gibt, sind ‚kriminalitätsbelastete Orte‘ wie der Alexanderplatz oder das Kottbusser Tor. Dort hat die Polizei aber mehr Befugnisse, nicht weniger: verdachtsunabhängige Kontrollen, Durchsuchungen, Videoüberwachung. Das ist das Gegenteil von Kapitulation — es ist gezielt erhöhte Präsenz.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/no-go-areas-kapituliert/)

### Die Polizei ist doch kaputtgespart, es gibt viel zu wenige Polizisten!

**Bewertung:** Ohne Kontext irreführend

Tatsächlich wurde die Polizei in den letzten Jahren personell aufgestockt: Zum 30.06.2024 zählten Bund und Länder rund 342.500 Vollzeitäquivalente, davon etwa 294.000 Beamtinnen und Beamte. Schon 2017 gab es den größten Personalzuwachs seit über 20 Jahren. Von ‚kaputtgespart‘ kann beim Personalstand keine Rede sein. Berechtigt ist die Debatte über Belastung, Überstunden, Bürokratie und Ausstattung — aber das ist etwas anderes als zu wenige Stellen.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/polizei-kaputtgespart/)

### Die Aufklärungsquote ist im Keller, Verbrechen lohnt sich doch!

**Bewertung:** Ohne Kontext irreführend

Die Aufklärungsquote ist stabil, nicht im Keller: 2024 lag sie bei 58,0 %, 2025 bei 57,9 % — seit Jahren auf diesem Niveau. Sie schwankt stark nach Delikt: Bei Gewalt- und Tötungsdelikten ist sie hoch, weil Täter und Opfer sich oft kennen; bei Fahrraddiebstahl oder Einbruch ist sie niedrig, weil selten jemand auf frischer Tat gefasst wird. Eine konstante 58-%-Quote als ‚Keller‘ zu bezeichnen, geben die Zahlen nicht her.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/aufklaerungsquote-keller/)

### Mehr Videoüberwachung macht uns endlich sicher!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Videoüberwachung kann helfen — aber gezielt, nicht pauschal. Die Forschung zeigt: An überschaubaren Orten und bei planbaren Eigentumsdelikten (etwa Kfz-Diebstahl in Parkhäusern) sinkt die Kriminalität messbar. Bei spontaner Gewalt im Affekt zeigt sie dagegen kaum Wirkung. Der Test in der Berliner U-Bahn brachte keinen Sicherheitsgewinn; in Mannheim stieg bislang nur das subjektive Sicherheitsgefühl, die objektive Wirkung ist erst 2027 belastbar bewertbar. Kameras ersetzen keine Polizei — sie wirken nur im richtigen Kontext.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/videoueberwachung-macht-sicher/)

### Im Osten ist es am unsichersten, kein Wunder bei der Politik dort!

**Bewertung:** Irreführend

Die Zahlen geben das nicht her. Spitzenreiter bei der Kriminalitätshäufigkeit sind die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg — nicht der Osten. Unter den Flächenländern liegt nur Sachsen-Anhalt (8.588 pro 100.000) klar über dem Bundesschnitt (6.995); Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 6.878 sogar darunter. Großstädte haben strukturell höhere Werte als ländliche Regionen — das ist ein Stadt-Land-Effekt, kein Ost-West-Graben. 2024 gingen die Fallzahlen in MV und Sachsen-Anhalt sogar zurück.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/osten-am-unsichersten/)

### Die Ausländer machen unsere Städte unsicher!

**Bewertung:** Ohne Kontext irreführend

Die Kriminalstatistik zeigt eine Überrepräsentation nichtdeutscher Tatverdächtiger — das ist real, erklärt sich laut BKA aber zu großen Teilen durch Alter, Geschlecht und soziale Lage: Tatverdächtige sind überall überproportional junge Männer in prekären Verhältnissen, unabhängig vom Pass. Zudem zählen ausländerrechtliche Verstöße mit, die nur Nichtdeutsche begehen können. Pauschal ‚die Ausländer‘ für Unsicherheit verantwortlich zu machen, blendet diese Faktoren aus — eine ausführliche Einordnung findest du im Thema Migration & Asyl.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/auslaender-unsichere-staedte/)

### Die Kriminalstatistik ist doch für die Tonne — Migranten werden einfach öfter kontrolliert, deshalb tauchen sie häufiger auf!

**Bewertung:** Teilweise wahr

Ein wahrer Kern: Laut einer repräsentativen SVR-Umfrage werden als ausländisch wahrgenommene Menschen etwa doppelt so häufig polizeilich kontrolliert wie andere (8,3 % vs. 4,4 %) — ein Indiz für Racial Profiling, das Tatverdächtigenzahlen bei bestimmten Deliktarten tatsächlich nach oben verzerren kann. Die Kriminalstatistik deshalb komplett als bedeutungslos abzutun, geht aber zu weit: Kontrollintensität wirkt vor allem bei sogenannten Kontrolldelikten wie Drogendelikten, die meisten anderen Straftaten werden über Anzeigen der Bevölkerung erfasst — und selbst die Studienautoren können Faktoren wie Wohnortverteilung nicht vollständig herausrechnen. Verzerrung durch Kontrollintensität und reales Kriminalitätsgeschehen schließen sich nicht aus — beides prägt das Bild.

[Detailseite](https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/kriminalstatistik-nur-kontrolle/)

## Quellen

- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2024, Gesamtüberblick (2025)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html)
- [BKA – PKS 2024, Zeitreihen (Grundtabelle T01, Straftaten und Gewaltdelikte)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/PKSTabellen/Zeitreihen/zeitreihen_node.html)
- [BKA – PKS 2024, Messerangriffe (2025)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html)
- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 (Messer-Vorjahreswerte)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023.html)
- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Fallzahlen, Gewaltkriminalität, Messerangriffe, Aufklärungsquote)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025_node.html)
- [BKA – PKS 2024, Länder-Falltabellen (Häufigkeitszahlen und Fallentwicklung)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/PKSTabellen/LandFalltabellen/landFalltabellen.html)
- [BKA – Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD 2024), Ergebnisbericht](https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Forschung/ForschungsprojekteUndErgebnisse/Dunkelfeldforschung/SKiD/Ergebnisse/Ergebnisbericht.pdf)
- [DIW Berlin – Wochenbericht 30/2025: Das Sicherheitsgefühl in Deutschland](https://www.diw.de/de/diw_01.c.968457.de/publikationen/wochenberichte/2025_30_1/das_sicherheitsgefuehl_in_deutschland_ist_sozial_und_regional_ungleich_verteilt.html)
- [Statistisches Bundesamt – Vollzeitäquivalente der Beschäftigten im Aufgabenbereich Polizei (Stand 30.06.2024)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentlicher-Dienst/Tabellen/beschaeftigten-polizei.html)
- [Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung: Mehr Personal für Polizei (Stand 30.06.2017)](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2018/06/PD18_226_741.html)
- [ZDL (Leibniz) – Wortgeschichte ‚No-go-Area‘ (mit amtlichen Einordnungen 1998/2004)](https://www.zdl.org/wb/wortgeschichten/No-go-Area)
- [Polizei Berlin – Kriminalitätsbelastete Orte: Fakten und Hintergründe](https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/fakten-hintergruende/artikel.1078268.php)
- [Welsh & Farrington – Effects of Closed Circuit Television Surveillance on Crime (Campbell Systematic Review)](https://ideas.repec.org/a/wly/camsys/v4y2008i1p1-73.html)
- [SozTheo (Prof. Christian Wickert) – Videoüberwachung: Forschungsstand zur Wirksamkeit](https://soztheo.de/stadtsoziologie/videoueberwachung/)
- [KFN – Forschungsbericht 143: Evaluation polizeilicher Videobeobachtung in NRW (Glaubitz et al. 2018)](https://kfn.de/wp-content/uploads/Forschungsberichte/FB_143.pdf)
- [heise online – Studie: Videoüberwachung in Berliner U-Bahn brachte keinen Sicherheitsgewinn (2007)](https://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Videoueberwachung-in-Berliner-U-Bahn-brachte-keinen-Sicherheitsgewinn-183294.html)
- [heise online – Evaluation von intelligenter Videoüberwachung in Mannheim erst 2027 (2023)](https://www.heise.de/news/Evaluation-von-intelligenter-Videoueberwachung-in-Mannheim-erst-2027-9580827.html)
- [SozTheo (Prof. Christian Wickert) – Polizeiliche Kriminalstatistik: Hellfeld, Dunkelfeld und statistische Erfassung von Kriminalität](https://soztheo.de/kriminologie/statistische-erfassung-von-kriminalitaet/)
- [Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) – Policy Brief: Polizeikontrollen in Deutschland (November 2023)](https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2023/11/SVR-Presseinformation_Policy-Brief_Polizeikontrollen-in-Deutschland.pdf)

_Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Primärquellen: BKA (Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Sicherheit und Kriminalität in Deutschland — SKiD 2024), Statistisches Bundesamt, DIW Berlin sowie kriminologische Forschung (Stand Sommer 2026). Wo Vergleiche methodisch heikel sind (z. B. Bevölkerungsbasis Zensus 2011 vs. 2022, deliktspezifische Erfassung), wird das transparent gemacht._
