# Überall Messerangriffe, man kann ja gar nicht mehr auf die Straße!

Thema: Innere Sicherheit & Kriminalität
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/innere-sicherheit/ueberall-messerangriffe/
Bewertung: Irreführend
Stand: 2026-07-08

## Antwort

Messerangriffe gibt es, und sie werden seit 2024 erstmals systematisch erfasst: 2025 waren es 29.243 Fälle — nahezu unverändert zu 2024 (+0,8 %). Im engeren Kontext der Gewaltkriminalität sanken sie sogar auf 14.787 Fälle (−6,1 %). Bei der gefährlichen Körperverletzung war der Messeranteil zuvor von 8.951 (2023) auf 9.620 Fälle (2024) gestiegen — das bleibt ernst zu nehmen, auch wenn die Gesamtentwicklung 2025 kein weiteres Anwachsen zeigt. Aber ‚überall‘ und ‚man kann nicht mehr raus‘ ist Wahrnehmung, nicht Statistik: Tagsüber fühlen sich laut BKA fast 89 % der Menschen auf Straßen und Plätzen sicher. Das individuelle Risiko bleibt sehr gering.

## Was hinter der Parole steckt

Hier wirkt die Verfügbarkeitsheuristik: Einzelne, medial stark präsente Fälle erzeugen den Eindruck der Allgegenwart (‚überall‘). Aus drastischen Einzelbildern wird ein gefühltes Dauerrisiko, obwohl die individuelle Betroffenheitswahrscheinlichkeit niedrig ist.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wie hoch schätzt du dein persönliches Risiko ein, Opfer eines Messerangriffs zu werden — und wie hoch ist es laut Statistik?"
- „Woher stammt dein Eindruck — aus eigenem Erleben oder aus den Schlagzeilen?"
- „Wenn sich 89 % tagsüber draußen sicher fühlen — passt das zu ‚man kann nicht mehr raus‘?"

## Fakten dazu

### Gewaltkriminalität & Messerangriffe

Ein wichtiger Wahrheitskern: Die Gewaltkriminalität war über Jahre real gestiegen und erreichte 2024 mit 217.277 Fällen den höchsten Stand seit Einführung der Kategorie 2007 (+1,5 % gegenüber 2023). 2025 kehrte sich dieser Trend erstmals seit 2021 um: Die Gewaltkriminalität sank auf 212.335 Fälle (−2,3 %). Sie macht damit weiterhin rechnerisch nur rund 3,9 % aller 5,51 Mio. Straftaten 2025 aus — ernst zu nehmen, aber ein kleiner Teilbereich des Gesamtgeschehens, der sich zuletzt sogar leicht entspannt hat.

- Gewaltdelikte 2025: 212.335 (−2,3 %, erster Rückgang seit 2021)
- Messerangriffe 2025: 29.243 (+0,8 % — nahezu unverändert zu 2024)

_Anteil der Gewaltkriminalität an allen Straftaten (PKS 2025)_

- 4 von 100: Straftaten 2025 waren Gewaltdelikte — der weit überwiegende Rest sind Eigentums- und Vermögensdelikte.

_Ausgewählte Gewaltdelikte 2023 vs. 2024_

| Delikt | 2023 | 2024 | Veränderung |
| --- | --- | --- | --- |
| Gewaltkriminalität gesamt | 214.099 | 217.277 | +1,5 % |
| Gefährliche/schwere Körperverletzung | 154.541 | 158.177 | +2,4 % |
| Raub | 44.857 | 43.194 | −3,7 % |
| Gef./schw. KV mit Messer | 8.951 | 9.620 | +7,5 % |

- Das Bild ist nicht durchgängig ‚immer mehr Gewalt‘: Raubdelikte gingen 2024 um 3,7 % zurück. Bei den Messerangriffen zeigt sich 2025 ein gemischtes Bild: Die Gesamtzahl blieb mit 29.243 Fällen nahezu stabil (+0,8 %), während die Messerangriffe im engeren Kontext der Gewaltkriminalität auf 14.787 Fälle sanken (−6,1 %) — ein Hinweis darauf, dass sich auch dieser Teilbereich zuletzt eher entspannt als verschärft hat.

### Sicherheitsgefühl vs. reale Lage

Sicherheitsgefühl und tatsächliche Betroffenheit klaffen auseinander. Laut der BKA-Dunkelfeldstudie ‚Sicherheit und Kriminalität in Deutschland‘ (SKiD 2024) ist die Kriminalitätsfurcht zwischen 2020 und 2024 bei fast allen Delikten gestiegen — am stärksten bei Internetbetrug, Körperverletzung und sexueller Belästigung. Die tatsächliche Opferwerdung liegt bei den meisten Gewaltdelikten dagegen niedrig: 2023 wurden 2,6 % der Befragten Opfer einer Körperverletzung.

- fühlen sich tagsüber sicher: 88,7 % (auf öffentlichen Straßen und Plätzen)
- Opfer einer Körperverletzung: 2,6 % (tatsächliche Betroffenheit 2023)
- weichen nachts Fremden aus: 41,7 % (verbreitetes Vermeideverhalten)

_Anteil mit großen Sorgen über Kriminalität (Sozio-oekonomisches Panel, SOEP)_

- 2000: 54 % der Befragten
- 2013: 31 % der Befragten
- 2016: 47 % der Befragten
- 2023: 38 % der Befragten

- Die Sorge vor Kriminalität schwankt stark mit der allgemeinen Stimmungslage, nicht mit der realen Kriminalitätsentwicklung: 2013 war sie auf einem Tiefpunkt (31 %), 2016 sprang sie auf 47 %. Gefühlte und tatsächliche Sicherheit sind zwei verschiedene Dinge.

## Quellen

- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2024, Gesamtüberblick (2025)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html)
- [BKA – PKS 2024, Zeitreihen (Grundtabelle T01, Straftaten und Gewaltdelikte)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/PKSTabellen/Zeitreihen/zeitreihen_node.html)
- [BKA – PKS 2024, Messerangriffe (2025)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2024_node.html)
- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 (Messer-Vorjahreswerte)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2023.html)
- [BKA – Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Fallzahlen, Gewaltkriminalität, Messerangriffe, Aufklärungsquote)](https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025_node.html)
- [BKA – Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD 2024), Ergebnisbericht](https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Forschung/ForschungsprojekteUndErgebnisse/Dunkelfeldforschung/SKiD/Ergebnisse/Ergebnisbericht.pdf)
- [DIW Berlin – Wochenbericht 30/2025: Das Sicherheitsgefühl in Deutschland](https://www.diw.de/de/diw_01.c.968457.de/publikationen/wochenberichte/2025_30_1/das_sicherheitsgefuehl_in_deutschland_ist_sozial_und_regional_ungleich_verteilt.html)
