# Sanktionen wirken doch gar nicht, Russland geht's blendend.

Thema: Russland, Ukraine & Sanktionen
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/russland-ukraine-sanktionen/sanktionen-wirken-nicht/
Bewertung: Irreführend
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Kurzfristig stimmt es: Russlands Wirtschaft wuchs 2024 um 4,3 % und ist nicht kollabiert. Aber dieses Wachstum ist kriegsfinanziert — rund 7,5 % des BIP fließen ins Militär. 2025 brach das Wachstum laut IWF auf 0,6 % ein, die Öl- und Gaseinnahmen sanken um etwa 21 %, und die Zentralbank hielt den Leitzins zeitweise bei 21 %. Sanktionen wirken nicht als Knockout, sondern als langsame Erosion der Spielräume.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole misst Sanktionen an einer überzogenen Erwartung (sofortiger Kollaps) und erklärt sie für gescheitert, wenn dieser ausbleibt — ein Strohmann. Sie verwechselt kurzfristige, kriegsfinanzierte Resilienz mit langfristiger Stabilität.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Woher kommt das russische Wachstum — aus produktiver Wirtschaft oder aus Rüstungsausgaben?"
- „Was sagt ein Leitzins von zeitweise 21 % über den Zustand einer Volkswirtschaft aus?"
- „Müssen Sanktionen sofort zum Kollaps führen, um zu wirken — oder reicht eine schleichende Erosion?"

## Fakten dazu

### Wirken die Sanktionen?

Sanktionen wirken selten als Knockout, sondern als langsame Erosion der wirtschaftlichen Handlungsspielräume. Kurzfristig hat Russland sie besser verkraftet als von manchen erwartet — die Kriegswirtschaft hielt die Konjunktur zunächst oben. Mittelfristig zeigen sich aber deutliche Belastungen.

- BIP-Wachstum Russland: +4,3 % → +0,6 % (2024 (Ist) zu 2025 (IWF-Prognose))
- des BIP für das Militär: ~7,5 % (2025, höchster Anteil seit Sowjet-Ende (SIPRI))
- Öl- & Gaseinnahmen: −21 % (Jan.–Okt. 2025, russ. Finanzministerium)

- Selbst nach Russlands eigenen Zahlen sanken die Öl- und Gaseinnahmen 2025 um rund 21 % — ihr Anteil an den Föderalhaushaltseinnahmen fiel unter 23 %, der niedrigste Rohstoff-Anteil seit Jahrzehnten.

Gleichzeitig laufen die Sanktionen nicht ins Leere, aber auch nicht perfekt: Russland beschafft militärisch relevante Komponenten weiter über Drittländer und Parallelimporte. Das Kiel Institute beschreibt die Kriegswirtschaft als ‚groß und wachsend' — finanziert allerdings auf Kosten ziviler Bereiche und mit einem Leitzins, den die Zentralbank zeitweise auf ein Rekordhoch von 21 % anheben musste.

## Quellen

- [SIPRI: Military spending in Russia's budget 2026](https://www.sipri.org/publications/2026/sipri-insights-peace-and-security/budget-fifth-year-war-military-spending-russias-budget-2026)
- [IWF World Economic Outlook (Okt. 2025), zit. n. The Moscow Times](https://www.themoscowtimes.com/2025/10/14/imf-cuts-russias-2025-economic-forecast-again-a90809)
- [Russisches Finanzministerium: Öl- und Gaseinnahmen 2025, zit. n. TASS](https://tass.com/economy/2042183)
- [Kiel Institute: Kiel Report Nr. 3 – Russlands Kriegswirtschaft (Juni 2025)](https://www.kielinstitut.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/fis-import/eef51261-68bf-4883-b1e9-ed0fb74a92ed-Kiel_Report_no3.pdf)
- [Russische Zentralbank: Leitzins-Anhebung auf Rekordhoch 21 %, zit. n. TASS](https://tass.com/economy/1862371)
