# Die jungen Leute machen alle nur noch Teilzeit, weil sie keine Lust auf 40 Stunden haben.

Thema: Teilzeit & Arbeitsmoral
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/teilzeit/arg-5/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-06-10

## Antwort

Dass mehr junge Menschen in Teilzeit sind, hat einen klaren Grund — und er heißt nicht Unlust: Die Erwerbsquote von Studierenden zwischen 20 und 24 stieg zwischen 2015 und 2023 um 19,3 Prozentpunkte auf 56,0 %. Studierende arbeiten zwangsläufig in Teilzeit, weil sie nebenher studieren. Das sagt nichts über ihre Bereitschaft zur Vollzeit nach dem Abschluss aus.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole verwechselt Ursache und Motiv: Sie deutet eine strukturelle Erklärung (mehr erwerbstätige Studierende) als Einstellungsproblem (‚keine Lust') um — und pauschalisiert mit ‚alle'.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Was soll eine Studentin tun, die neben dem Studium jobbt — Vollzeit arbeiten und das Studium hinwerfen?"
- „Wie verändert sich die Teilzeitquote der Jungen, wenn man die arbeitenden Studierenden herausrechnet?"
- „Woher weißt du, wie diese Leute nach dem Abschluss arbeiten?"

## Fakten dazu

### Die Gen Z und die Arbeitsmoral

Ein häufig geäußerter Vorwurf besagt, die Generation Z sei arbeitsscheu. Die Daten des IAB zeichnen ein anderes Bild: Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen ist seit 2015 um rund 6 Prozentpunkte auf etwa 76 % gestiegen — der höchste Stand seit Jahrzehnten. Der Anstieg der Teilzeit in dieser Gruppe hängt laut IAB zu großen Teilen mit mehr erwerbstätigen Studierenden zusammen: Deren Erwerbsquote stieg von 36,7 % auf 56,0 %.

_Erwerbsverhalten der 20- bis 24-Jährigen (2015 → 2023)_

- Erwerbsbeteiligung gesamt
  - 2015: ca. 70 %
  - 2023: ~76 %
- Erwerbsquote Studierende
  - 2015: 36,7 %
  - 2023: 56,0 %

Rechnet man den gestiegenen Studierendenanteil heraus, unterscheidet sich die gewünschte Arbeitszeit junger Menschen laut IAB kaum von der älterer Altersgruppen. Junge Beschäftigte wechseln auch nicht häufiger den Job als früher. Dass sie andere Erwartungen an Arbeit haben — flexible Zeiten, Homeoffice, Sinn — bedeutet nicht, dass sie weniger arbeiten wollen.

## Quellen

- [IAB: Generation Z — Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen auf Höchststand](https://iab.de/presseinfo/generation-z-erwerbsbeteiligung-der-20-bis-24-jaehrigen-klettert-auf-den-hoechsten-stand-seit-jahrzehnten/)
- [IAB-Forum: Generation Z — noch ein Klischee weniger (Hellwagner/Weber, 2025)](https://iab-forum.de/generation-z-noch-ein-klischee-weniger/)
