# Auf dem Land gibt es keine Ladesäulen, E-Autos funktionieren nur in der Stadt!

Thema: Verkehrswende
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/verkehrswende/arg-ladeinfrastruktur/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-07-08

## Antwort

Von einem flächendeckenden Lade-Notstand kann keine Rede mehr sein: Anfang Mai 2026 waren bei der Bundesnetzagentur rund 204.000 öffentliche Ladepunkte gemeldet, darunter mehr als 52.000 Schnelllader. Der wahre Kern: Zwischen Stadt und Land und zwischen Regionen gibt es weiter Lücken, und an manchen Autobahn-Standorten wird es zu Stoßzeiten eng. Aber das Netz wächst schnell — und gerade auf dem Land mit eigenem Stellplatz lädt man ohnehin meist zu Hause.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole verallgemeinert eine punktuelle Erfahrung (bei mir gibt es keine Säule) zur Pauschalaussage über das ganze Land und friert dabei einen veralteten Stand ein — der Ausbau läuft schneller, als das Bild im Kopf nachzieht.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wann hast du zuletzt nachgesehen, wie viele Ladepunkte es in deiner Region tatsächlich gibt?"
- „Wer ein Haus mit Stellplatz hat: Warum solltest du dann überhaupt auf eine öffentliche Säule angewiesen sein?"
- „Wie weit ist die nächste Ladesäule von dir wirklich entfernt — hast du es mal nachgeschaut?"

## Fakten dazu

### Reichweite, Laden & Stromnetz

- Tagesstrecke pro Person: ~30 km (werktäglich, MiD 2023)
- Autofahrten unter 10 km: > 60 % (MiD 2023)
- reale BEV-Reichweite: 300–400 km (typisch, je nach Modell)

- Die durchschnittliche Alltagsmobilität liegt weit unter typischen E-Auto-Reichweiten: Laut MiD 2023 legt eine Person werktäglich im Schnitt rund 30 km zurück, über 60 % der Autofahrten sind kürzer als 10 km. Reale Reichweiten aktueller E-Autos liegen meist bei 300 bis 400 km.

_Anteil der Autofahrten unter 10 km Länge_

- 6 von 10: Autofahrten sind kürzer als 10 km

- öffentliche Ladepunkte: 203.951 (Stand 1. Mai 2026)
- davon Schnelllader: 52.499 (DC / HPC)
- BEV pro Ladepunkt: ~10 (öffentlich, rechnerisch)

- Anfang Mai 2026 waren bei der Bundesnetzagentur 203.951 öffentliche Ladepunkte gemeldet, davon 52.499 Schnelllader — zusammen mit 8,75 GW gleichzeitig verfügbarer Ladeleistung. Das öffentliche Netz wächst weiter stark, regionale Lücken zwischen Stadt und Land bleiben aber bestehen.

- Seit dem 1. Januar 2024 regelt § 14a EnWG das netzorientierte Steuern von Wallboxen und Wärmepumpen: Netzbetreiber dürfen die Ladeleistung in seltenen Engpässen kurz drosseln — mindestens 4,2 kW bleiben garantiert — und dürfen den Anschluss im Gegenzug nicht mehr verweigern oder verzögern. Dafür sinkt das Netzentgelt.

Ein großer Teil der Ladevorgänge findet ohnehin zu Hause oder am Arbeitsplatz statt — gerade auf dem Land mit eigenem Stellplatz. Öffentliche Säulen sind dann vor allem für Langstrecke und Menschen ohne eigenen Stellplatz wichtig.

## Quellen

- [ADAC: Stromverbrauch und reale Reichweite von Elektroautos im Test](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/stromverbrauch-elektroautos-adac-test/)
- [KBA: Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026](https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugbestand/2026/pm09_fz_bestand_pm_komplett.html)
- [BMV / MiD 2023: Mobilität in Deutschland - Kurzreport](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/mid-2023-kurzreport.pdf)
- [Bundesnetzagentur: Ladesäulenregister / E-Mobilität (Stand 1. April 2026)](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html)
- [Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/SteuerbareVBE/start.html)
