# Die Reichweite von E-Autos ist viel zu gering für den Alltag.

Thema: Verkehrswende
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/verkehrswende/arg-reichweite/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-07-08

## Antwort

Für den Alltag reichen moderne E-Autos fast immer: Laut MiD 2023 legt eine Person werktäglich im Schnitt rund 30 km zurück, über 60 % der Autofahrten sind kürzer als 10 km. Reale Reichweiten aktueller E-Autos liegen meist bei 300 bis 400 km. Der wahre Kern: Auf der langen Fahrt im Winter muss man Ladepausen einplanen, und die WLTP-Werte sind im Alltag 15 bis 30 % zu hoch. Für die vielen kurzen Fahrten, die den Alltag ausmachen, ist Reichweite aber selten ein echtes Problem.

## Was hinter der Parole steckt

Die Parole macht den seltenen Ausnahmefall — die lange Urlaubsfahrt — zum Maßstab für den Alltag. Das ist ein Verfügbarkeitsfehler: Die wenigen Langstrecken sind präsenter im Kopf als die vielen Kurzstrecken, die den Alltag tatsächlich ausmachen.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wie viele Kilometer fährst du an einem typischen Werktag wirklich — und wie oft im Jahr mehr als 300 am Stück?"
- „Würdest du dein Verkehrsmittel an den drei längsten Fahrten des Jahres ausrichten oder an den vielen normalen Tagen?"
- „Wo könntest du laden, während das Auto ohnehin steht — nachts zu Hause oder bei der Arbeit?"

## Fakten dazu

### Reichweite, Laden & Stromnetz

- Tagesstrecke pro Person: ~30 km (werktäglich, MiD 2023)
- Autofahrten unter 10 km: > 60 % (MiD 2023)
- reale BEV-Reichweite: 300–400 km (typisch, je nach Modell)

- Die durchschnittliche Alltagsmobilität liegt weit unter typischen E-Auto-Reichweiten: Laut MiD 2023 legt eine Person werktäglich im Schnitt rund 30 km zurück, über 60 % der Autofahrten sind kürzer als 10 km. Reale Reichweiten aktueller E-Autos liegen meist bei 300 bis 400 km.

_Anteil der Autofahrten unter 10 km Länge_

- 6 von 10: Autofahrten sind kürzer als 10 km

- öffentliche Ladepunkte: 203.951 (Stand 1. Mai 2026)
- davon Schnelllader: 52.499 (DC / HPC)
- BEV pro Ladepunkt: ~10 (öffentlich, rechnerisch)

- Anfang Mai 2026 waren bei der Bundesnetzagentur 203.951 öffentliche Ladepunkte gemeldet, davon 52.499 Schnelllader — zusammen mit 8,75 GW gleichzeitig verfügbarer Ladeleistung. Das öffentliche Netz wächst weiter stark, regionale Lücken zwischen Stadt und Land bleiben aber bestehen.

- Seit dem 1. Januar 2024 regelt § 14a EnWG das netzorientierte Steuern von Wallboxen und Wärmepumpen: Netzbetreiber dürfen die Ladeleistung in seltenen Engpässen kurz drosseln — mindestens 4,2 kW bleiben garantiert — und dürfen den Anschluss im Gegenzug nicht mehr verweigern oder verzögern. Dafür sinkt das Netzentgelt.

Ein großer Teil der Ladevorgänge findet ohnehin zu Hause oder am Arbeitsplatz statt — gerade auf dem Land mit eigenem Stellplatz. Öffentliche Säulen sind dann vor allem für Langstrecke und Menschen ohne eigenen Stellplatz wichtig.

## Quellen

- [ADAC: Stromverbrauch und reale Reichweite von Elektroautos im Test](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/stromverbrauch-elektroautos-adac-test/)
- [KBA: Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026](https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugbestand/2026/pm09_fz_bestand_pm_komplett.html)
- [BMV / MiD 2023: Mobilität in Deutschland - Kurzreport](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/mid-2023-kurzreport.pdf)
- [Bundesnetzagentur: Ladesäulenregister / E-Mobilität (Stand 1. April 2026)](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/E-Mobilitaet/Ladesaeulenkarte/start.html)
- [Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/SteuerbareVBE/start.html)
