# Die Mietpreisbremse bringt doch überhaupt nichts!

Thema: Wohnen & Mieten
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/wohnen/mietpreisbremse-bringt-nichts/
Bewertung: Teilweise wahr
Stand: 2026-07-05

## Antwort

Die Studienlage zeigt eine messbare, aber begrenzte Wirkung: Das DIW fand in Regionen, in denen die Bremse greift, einen einmaligen Rückgang der Angebotsmieten um rund 3 % — sie ist also nicht wirkungslos. Der berechtigte Kern der Kritik: Sie gilt nur in ausgewiesenen angespannten Märkten, Neubau ist ausgenommen, und Umgehungen wie möblierte Vermietung schwächen sie spürbar. Sie ist ein Dämpfer für Bestandsmärkte, kein Instrument gegen die Ursache Wohnungsmangel — deshalb wurde sie bis 2029 verlängert und soll zugleich gegen Umgehungen geschärft werden.

## Was hinter der Parole steckt

Nirwana-Fehlschluss: Weil ein Instrument das Problem nicht vollständig löst, wird es als komplett nutzlos dargestellt. Der Maßstab ‚löst die Wohnungskrise' ist für ein Preisdämpfungsinstrument der falsche — die relevante Frage ist, ob es ohne die Bremse besser oder schlechter liefe.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Woran würdest du Wirkung messen — an sinkenden Mieten oder an gebremstem Anstieg?"
- „Wäre Mietern geholfen, wenn man die Bremse ersatzlos streicht?"

## Fakten dazu

### Mietpreisbremse & Mietendeckel: Was die Evidenz zeigt

Die Mietpreisbremse (seit 2015, verlängert bis Ende 2029) begrenzt Neuvertragsmieten in angespannten Märkten auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Neubau (Erstnutzung nach Oktober 2014) ist ausgenommen; als verbreitete Umgehungsstrategie gilt die möblierte Vermietung, für die die Bundesregierung besseren Schutz angekündigt hat. Der Berliner Mietendeckel (2020–2021) ging weiter und fror Bestandsmieten ein — er ist das am besten untersuchte Experiment harter Mietregulierung in Deutschland.

_Was die Studienlage zu beiden Instrumenten sagt_

- **Behauptung:** Die Mietpreisbremse hat keinerlei Wirkung.
  - **Faktencheck:** Das DIW fand dort, wo sie greift, einen einmaligen Rückgang der Angebotsmieten um rund 3 %. Sie wirkt aber nur in Hochpreisregionen, Neubau ist ausgenommen, und Umgehungen (z. B. Möblierung) schwächen sie.
- **Behauptung:** Der Berliner Mietendeckel hat das Wohnungsproblem gelöst.
  - **Faktencheck:** Die Mieten regulierter Wohnungen sanken um rund 11 % — aber die Zahl der annoncierten Mietwohnungen halbierte sich, im Umland stiegen die Mieten um rund 12 %, und das BVerfG erklärte das Gesetz für nichtig.

- Mieten regulierter Wohnungen: −11 % (unter dem Berliner Mietendeckel (DIW))
- Mietwohnungsangebot: −50 bis −60 % (im regulierten Segment (DIW/ifo))
- BVerfG: nichtig: 25.03.2021 (Az. 2 BvF 1/20 — Länder ohne Gesetzgebungskompetenz)

Wichtig zur Einordnung des BVerfG-Beschlusses: Das Gericht hat den Mietendeckel aus Kompetenzgründen gekippt (Mietpreisrecht ist Bundesrecht), nicht inhaltlich bewertet. Ökonomisch zeigt die Evidenz einen Zielkonflikt: Preisregulierung entlastet Bestandsmieter messbar, verknappt aber bei unverändertem Angebot die verfügbaren Wohnungen und verschärft die Konkurrenz für Suchende — das ifo dokumentierte zudem eine Marktspaltung, bei der unregulierte Mieten schneller stiegen als in Vergleichsstädten.

### Mietentwicklung: Ein gespaltener Markt

Bei den Mieten gibt es nicht die eine Wahrheit, sondern zwei sehr unterschiedliche Märkte: Bestandsmieten (laufende Verträge) steigen bundesweit moderat um rund 2 % pro Jahr. Neuvertragsmieten in Großstädten und zunehmend in deren Umland steigen deutlich schneller. Wer lange im Mietvertrag ist, spürt die Krise kaum — wer umziehen muss oder neu in eine Stadt kommt, trifft sie mit voller Wucht.

- Bestandsmieten: +1,9 % (VPI-Nettokaltmiete, Mai 2026 ggü. Vorjahr)
- Neuvertragsmieten: +3,5 % (IW-Wohnindex, Q1 2026 ggü. Vorjahr)
- München: 24,11 €/m² (Median-Angebotsmiete, H1 2025)
- Leipzig: 11,01 €/m² (Median-Angebotsmiete, H1 2025)

_Bestandsmieten-Index (VPI-Nettokaltmiete), Jahresdurchschnitte, 2020 = 100 — eigene Berechnung aus Destatis-Monatswerten_

- 2020: 100 Index
- 2021: 101.2 Index
- 2022: 102.9 Index
- 2023: 105 Index
- 2024: 107.2 Index
- 2025: 109.4 Index

Zum Vergleich: Die Nominallöhne stiegen von 2020 bis 2024 kumuliert um rund 18 %, die Bestandsmieten im selben Zeitraum um gut 7 % (eigene Berechnung aus zwei Destatis-Reihen). Das DIW kommt entsprechend zum Befund, dass die durchschnittliche Mietbelastung zuletzt nicht gestiegen ist — sie ist aber sehr ungleich verteilt. Die Dynamik konzentriert sich auf Neuvermietungen in Ballungsräumen und deren Umland (+4,2 % im Q1 2026); in Berlin gingen die Angebotsmieten zuletzt sogar leicht zurück (−0,8 %).

- Bundesweit lagen die Bruttokaltmieten 2022 bei durchschnittlich 8,70 €/m² — in Großstädten 9,60 €/m², in Kleinstädten 7,50 €/m². Bei Einzug ab 2019: 9,80 €/m² bundesweit, 11,00 €/m² in Großstädten.

## Quellen

- [Statistisches Bundesamt – Verbraucherpreisindex, Teilindex Nettokaltmiete (2026)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Basisdaten/vpi044a.html)
- [Statistisches Bundesamt / Dashboard Deutschland – VPI Nettokaltmiete, Monatswerte (2026)](https://www.dashboard-deutschland.de/indicator/data_woh_bruttokaltmiete)
- [IW Köln – IW-Wohnindex: Im Umland der Metropolen wird es teurer (2026)](https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/pekka-sagner-michael-voigtlaender-iw-wohnindex-im-umland-der-metropolen-wird-es-teurer.html)
- [JLL – Angebotsmieten für Bestandswohnungen steigen stärker als für Neubauten (2025)](https://www.jll.com/de-de/newsroom/Angebotsmieten-fuer-Bestandswohnungen-steigen-staerker-als-fuer-Neubauten)
- [Statistisches Bundesamt – Mikrozensus-Zusatzerhebung Wohnen 2022, Pressemitteilung Nr. 129 (2023)](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_129_12_63.html)
- [Statistisches Bundesamt – Reallohn- und Nominallohnentwicklung (2025)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Realloehne-Nettoverdienste/Tabellen/liste-reallohnentwicklung.html)
- [DIW Berlin – Mietbelastung in Deutschland: In den letzten Jahren nicht gestiegen, aber ungleich verteilt, Wochenbericht 41/2024](https://www.diw.de/de/diw_01.c.916094.de/publikationen/wochenberichte/2024_41_1/mietbelastung_in_deutschland__in_den_letzten_jahren_nicht_gestiegen__aber_ungleich_verteilt.html)
- [DIW Berlin – Mietpreisbremse ist besser als ihr Ruf, kann Wohnungsmarktproblem aber nicht allein lösen (2018)](https://www.diw.de/de/diw_01.c.578224.de/mietpreisbremse_ist_besser_als_ihr_ruf_kann_wohnungsmarktproblem_aber_nicht_allein_loesen.html)
- [Bundesregierung – Verlängerung der Mietpreisbremse bis Ende 2029 (2025)](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/verlaengerung-mietpreisbremse-2350648)
- [BMJV – Pressemitteilung Nr. 16/2025: Mietpreisbremse soll bis 31.12.2029 verlängert werden (2025)](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/0528_Mietpreisbremse.html)
- [DIW Berlin – Die unmittelbaren Auswirkungen des Berliner Mietendeckels, Wochenbericht 8/2021](https://www.diw.de/de/diw_01.c.811698.de/publikationen/wochenberichte/2021_08_3/die_unmittelbaren_auswirkungen_des_berliner_mietendeckels__wohnungen_guenstiger__aber_schwieriger_zu_finden.html)
- [ifo Institut – Entwicklungen am Berliner Immobilienmarkt ein Jahr nach dem Mietendeckel, ifo Schnelldienst 4/2022](https://www.ifo.de/DocDL/sd-2022-04-arlia-dolls-etal-mietendeckel-update.pdf)
- [Bundesverfassungsgericht – Pressemitteilung Nr. 28/2021: Berliner Mietendeckel nichtig, Beschluss vom 25.03.2021, 2 BvF 1/20 (2021)](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-028.html)
