# Vermieter sind doch alle Miethaie und zocken nur ab!

Thema: Wohnen & Mieten
URL: https://fakten-stammtisch.de/thema/wohnen/vermieter-sind-miethaie/
Bewertung: Überwiegend falsch
Stand: 2026-07-05

## Antwort

Die Vermieterlandschaft sieht anders aus als das Konzern-Klischee: 64,4 % der Mietwohnungen in Deutschland gehören privaten Kleinvermietern — oft Privatleute mit einer oder wenigen Wohnungen zur Altersvorsorge, mit Nettomieteinnahmen von im Median knapp 5.500 € im Jahr (2022). Große privatwirtschaftliche Anbieter stellen 14 % des Mietmarkts, kommunale Anbieter und Genossenschaften rund 20 %. Der Wahrheitskern: In angespannten Märkten gibt es überzogene Neuvertragsmieten und Umgehungstricks wie überteuerte Möblierung — dagegen richtet sich die Mietpreisbremse. Aber von Einzelfällen auf ‚alle Vermieter' zu schließen, trifft ausgerechnet die Mehrheit, die langjährige Mietverhältnisse zu moderaten Preisen hält.

## Was hinter der Parole steckt

Pauschalisierung: Aus realen Negativbeispielen (überhöhte Neuvertragsmieten, Möblierungstricks) wird ein Urteil über eine sehr heterogene Gruppe, deren größter Teil aus Kleinvermietern besteht. Das Feindbild ersetzt die genauere Frage, in welchen Marktsegmenten Missbrauch tatsächlich stattfindet.

## Am Tisch nützlich – Gegenfragen

- „Wen meinst du konkret — den börsennotierten Konzern oder das Ehepaar mit einer vermieteten Eigentumswohnung?"
- „Wem gehören die meisten Mietwohnungen in Deutschland eigentlich?"

## Fakten dazu

### Nachfrage und Anbieter: Wer sucht, wem gehört der Markt?

Die Nachfrage nach Wohnungen wächst aus zwei Richtungen: Zum einen steigt die Zahl der Haushalte seit Jahrzehnten auch ohne Bevölkerungswachstum, weil immer mehr Menschen allein leben — 2025 gab es 41,1 Mio. Privathaushalte, davon 42,1 % Einpersonenhaushalte (2000–2024: +8,7 % Haushalte bei sinkender Haushaltsgröße). Zum anderen erhöhen Zuwanderungsspitzen die Nachfrage: 2022 lag die Nettozuwanderung mit +1,46 Mio. auf einem Rekordwert (davon rund 1,1 Mio. Zuzüge aus der Ukraine); bis 2025 fiel sie auf +235.000.

_Wem gehören die rund 25 Mio. Mietwohnungen in Deutschland? (Zensus 2022)_

- Private Kleinvermieter: 64.4% (16,1 Mio. Wohnungen)
- Privatwirtschaftliche Unternehmen: 14% (inkl. börsennotierter Konzerne)
- Kommunale/öffentliche Anbieter: 11.5%
- Genossenschaften: 8.7%
- Kirchen & Non-Profit: 1.4%
- Gesamt: rund 25 Mio. Mietwohnungen

- Private Kleinvermieter erzielten 2022 im Median knapp 5.500 € Nettomieteinnahmen im Jahr; rund 45 % lagen unter 5.000 €, etwa 9 % sogar im negativen Bereich — Vermietung dient häufig der Altersvorsorge.

### Mietpreisbremse & Mietendeckel: Was die Evidenz zeigt

Die Mietpreisbremse (seit 2015, verlängert bis Ende 2029) begrenzt Neuvertragsmieten in angespannten Märkten auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Neubau (Erstnutzung nach Oktober 2014) ist ausgenommen; als verbreitete Umgehungsstrategie gilt die möblierte Vermietung, für die die Bundesregierung besseren Schutz angekündigt hat. Der Berliner Mietendeckel (2020–2021) ging weiter und fror Bestandsmieten ein — er ist das am besten untersuchte Experiment harter Mietregulierung in Deutschland.

_Was die Studienlage zu beiden Instrumenten sagt_

- **Behauptung:** Die Mietpreisbremse hat keinerlei Wirkung.
  - **Faktencheck:** Das DIW fand dort, wo sie greift, einen einmaligen Rückgang der Angebotsmieten um rund 3 %. Sie wirkt aber nur in Hochpreisregionen, Neubau ist ausgenommen, und Umgehungen (z. B. Möblierung) schwächen sie.
- **Behauptung:** Der Berliner Mietendeckel hat das Wohnungsproblem gelöst.
  - **Faktencheck:** Die Mieten regulierter Wohnungen sanken um rund 11 % — aber die Zahl der annoncierten Mietwohnungen halbierte sich, im Umland stiegen die Mieten um rund 12 %, und das BVerfG erklärte das Gesetz für nichtig.

- Mieten regulierter Wohnungen: −11 % (unter dem Berliner Mietendeckel (DIW))
- Mietwohnungsangebot: −50 bis −60 % (im regulierten Segment (DIW/ifo))
- BVerfG: nichtig: 25.03.2021 (Az. 2 BvF 1/20 — Länder ohne Gesetzgebungskompetenz)

Wichtig zur Einordnung des BVerfG-Beschlusses: Das Gericht hat den Mietendeckel aus Kompetenzgründen gekippt (Mietpreisrecht ist Bundesrecht), nicht inhaltlich bewertet. Ökonomisch zeigt die Evidenz einen Zielkonflikt: Preisregulierung entlastet Bestandsmieter messbar, verknappt aber bei unverändertem Angebot die verfügbaren Wohnungen und verschärft die Konkurrenz für Suchende — das ifo dokumentierte zudem eine Marktspaltung, bei der unregulierte Mieten schneller stiegen als in Vergleichsstädten.

## Quellen

- [Statistisches Bundesamt – Privathaushalte und Haushaltsmitglieder (2026)](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Tabellen/1-1-privathaushalte-haushaltsmitglieder.html)
- [Umweltbundesamt – Bevölkerungsentwicklung und Struktur privater Haushalte (2025)](https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/strukturdaten-privater-haushalte/bevoelkerungsentwicklung-struktur-privater)
- [Statistisches Bundesamt – Nettozuwanderung 2022 auf Rekordhoch, Pressemitteilung Nr. 249 (2023)](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_249_12411.html)
- [Statistisches Bundesamt – Nettozuwanderung 2025 deutlich gesunken, Pressemitteilung Nr. 184 (2026)](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_184_12411.html)
- [DIW Berlin – Mietpreisbremse ist besser als ihr Ruf, kann Wohnungsmarktproblem aber nicht allein lösen (2018)](https://www.diw.de/de/diw_01.c.578224.de/mietpreisbremse_ist_besser_als_ihr_ruf_kann_wohnungsmarktproblem_aber_nicht_allein_loesen.html)
- [Bundesregierung – Verlängerung der Mietpreisbremse bis Ende 2029 (2025)](https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/verlaengerung-mietpreisbremse-2350648)
- [BMJV – Pressemitteilung Nr. 16/2025: Mietpreisbremse soll bis 31.12.2029 verlängert werden (2025)](https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/0528_Mietpreisbremse.html)
- [DIW Berlin – Die unmittelbaren Auswirkungen des Berliner Mietendeckels, Wochenbericht 8/2021](https://www.diw.de/de/diw_01.c.811698.de/publikationen/wochenberichte/2021_08_3/die_unmittelbaren_auswirkungen_des_berliner_mietendeckels__wohnungen_guenstiger__aber_schwieriger_zu_finden.html)
- [ifo Institut – Entwicklungen am Berliner Immobilienmarkt ein Jahr nach dem Mietendeckel, ifo Schnelldienst 4/2022](https://www.ifo.de/DocDL/sd-2022-04-arlia-dolls-etal-mietendeckel-update.pdf)
- [Bundesverfassungsgericht – Pressemitteilung Nr. 28/2021: Berliner Mietendeckel nichtig, Beschluss vom 25.03.2021, 2 BvF 1/20 (2021)](https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-028.html)
- [IW Köln – Private Vermieter in Deutschland, Gutachten im Auftrag von Haus & Grund Köln/Düsseldorf, auf Basis Zensus 2022 und SOEP (2025)](https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2025/Gutachten-Private-Vermieter-in-Deutschland.pdf)
