Vernichtet KI Jobs oder schafft sie neue?
Hinweis: KI-Exposition in Industrieländern (IWF-Schätzung)
- Potenziell negativ betroffen: 30% (Teilaufgaben könnten ersetzt werden)
- Potenziell produktiver: 30% (KI ergänzt bestehende Aufgaben)
- Gering exponiert: 40% (Kaum von KI betroffen)
- Gesamt: 100 % der Arbeitsplätze
- Jobwechsel in DE bis 2030: 3 Mio. (McKinsey (2024))
- Strukturwandel über 15 Jahre: 1,6 Mio. (IAB (2025))
- Netto neue Jobs weltweit: +78 Mio. (WEF (2025))
- der Unternehmen erwarten Stellenabbau: 27 % (ifo (2025))
- Die IAB-Szenarioanalyse kommt zum Ergebnis, dass der Nettoeffekt von KI auf die Gesamtbeschäftigung in Deutschland nahezu neutral ausfällt — es werden etwa so viele Arbeitsplätze geschaffen wie abgebaut.
Die Studien unterscheiden sich in Methodik und Zeithorizont, zeigen aber ein gemeinsames Muster: KI verändert Berufe stärker, als sie sie abschafft. McKinsey schätzt, dass in Deutschland bis zu 3 Millionen Menschen den Beruf wechseln müssen — vor allem aus Büro- und Verwaltungstätigkeiten (54 % der Jobwechsel). Gleichzeitig erwarten nur 5 % der Unternehmen, durch KI zusätzliche Stellen zu schaffen.
Was wird für den Wandel getan?
- erhalten KI-Schulung vom Arbeitgeber: 20 % (Bitkom (2025))
- besitzen digitale Basiskompetenzen: 49 % (Initiative D21)
- WB-Quote Hilfsarbeitskräfte: 1,1 % (vs. 10,5 % Akademiker)
- WB-Investitionen der Wirtschaft: 46,4 Mrd. € (IW Köln (2022))
Die Bundesregierung hat mit dem Qualifizierungschancengesetz, der Nationalen Weiterbildungsstrategie und dem KI-Aktionsplan (über 1,6 Mrd. €) Instrumente geschaffen. Das Ziel: eine Weiterbildungsquote von 65 % bis 2030. Seit Februar 2025 verpflichtet der EU AI Act alle Unternehmen zudem, Mitarbeitenden mit KI-Kontakt eine Grundschulung in KI-Kompetenz anzubieten.
- Die Schere bei der Weiterbildung geht auf: Akademiker haben eine 9,5-mal höhere Weiterbildungsquote als Hilfsarbeitskräfte (10,5 % vs. 1,1 %). Nur 49 % der Bevölkerung besitzen digitale Basiskompetenzen — bei Einkommensschwachen sind es nur 32 %.
Die Programme existieren, aber ihre Reichweite ist begrenzt: 70 % der Beschäftigten bekommen keine KI-Fortbildung angeboten. Geringqualifizierte und KMU sind systematisch unterrepräsentiert. Die Herausforderung liegt nicht im fehlenden Angebot, sondern darin, die Richtigen zu erreichen.