Digitale Kompetenz und Lesen lernen sind kein Widerspruch – beides gehört zu den Grundkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Der DigitalPakt Schule hat Milliarden in Infrastruktur gebunden. Das Problem war nie 'ob', sondern 'wie': Tablets allein verbessern keinen Unterricht. Es braucht pädagogische Konzepte, geschulte Lehrkräfte und IT-Support. Seit 2025 liegt bereits ein Zwischenbericht zur Evaluation vor; der DigitalPakt 2.0 soll stärker auf Qualität statt nur auf Hardware setzen.
Was hinter der Parole steckt: Falsche Dichotomie: Lesenlernen und digitale Kompetenz werden als Entweder-oder gerahmt, obwohl beides Grundkompetenzen sind. Berechtigte Kritik an schlechter Umsetzung (Geräte ohne Konzept) wird dabei zum Urteil über das Ziel selbst.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Geht es dir um Tablets ohne pädagogisches Konzept — oder dagegen, dass Kinder digitale Kompetenzen lernen?"
- „Schließen Lesenlernen und Medienkompetenz einander aus — oder braucht ein Schulabgänger beides?"
- „Was unterscheidet eine schlechte Umsetzung von einem falschen Ziel?"
Stichworte: digital, tablet, computer, lesen, handschrift, smartphone
Fakten dazu
Digitalisierung an Schulen
Der DigitalPakt Schule (2019–2024) sollte die digitale Infrastruktur an Schulen revolutionieren. Mit 6,5 Milliarden Euro wurden Laptops, Tablets, interaktive Whiteboards und WLAN-Netzwerke finanziert.
- Bewilligte Mittel: 5,3 Mrd. € (97,4 % der verfügbaren Mittel)
- Abgeflossene Mittel: 4,1 Mrd. € (Stand Juni 2025)
- Evaluation: seit 2025 (Zwischenbericht veröffentlicht)
- DigitalPakt 2.0: ab 2025 (Anschlussfinanzierung bis 2030 vereinbart)
Kritiker bemängeln, dass Hardware allein nicht reicht: Lehrkräfte müssen für den Umgang mit digitalen Medien fortgebildet werden, und es fehlt flächendeckend an IT-Support. Lehrkräfte übernehmen häufig selbst die Rolle des IT-Administrators.