PISA 2022 & Chancengleichheit
Die PISA-Studie 2022 offenbart einen historischen Tiefstand für Deutschland. In allen drei Bereichen sind die Leistungen so schlecht wie nie seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000.
PISA 2022 – Punktzahlen im Vergleich (15-Jährige)
| Land | Mathematik | Lesen | Naturwiss. |
|---|
| Finnland | 484 | 490 | 511 |
| Schweden | 482 | 487 | 494 |
| Deutschland | 475 | 480 | 492 |
| OECD-Schnitt | 472 | 476 | 485 |
| Norwegen | 468 | 477 | 478 |
- Rund ein Drittel der 15-Jährigen (ca. 250.000 Jugendliche pro Jahrgang) hat in mindestens einem Bereich nur sehr geringe Kompetenzen. In Mathematik fiel Deutschland von 514 (2012) auf 475 Punkte (2022) — ein Verlust von 39 Punkten in 10 Jahren, vergleichbar mit dem Lernstand eines ganzen Schuljahres.
Hinweis: PISA Mathematik – Deutschland im Zeitverlauf
- 2000: 490 Punkte
- 2003: 503 Punkte
- 2006: 504 Punkte
- 2009: 513 Punkte
- 2012: 514 Punkte
- 2015: 506 Punkte
- 2018: 500 Punkte
- 2022: 475 Punkte
Auch PISA 2022 zeigt weiterhin ausgeprägte soziale Bildungsungleichheiten in Deutschland.
Ganztags-Rechtsanspruch ab 2026
Ab dem 1. August 2026 gilt ein stufenweiser Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Der Anspruch umfasst 8 Stunden täglich an fünf Werktagen, inklusive Unterrichtszeit und grundsätzlich auch in den Schulferien.
Hinweis: Stufenweise Einführung des Rechtsanspruchs
- 2026/27: 1. Klasse
- 2027/28: 1. + 2. Klasse
- 2028/29: 1.–3. Klasse
- 2029/30: 1.–4. Klasse
- Aktuelle Ganztagsquote: 57 % (bundesweit (West: 51 %, Ost: 84 %))
- Zusätzlich benötigte Plätze: 264.000 (bis Vollausbau 2029/30)
- Investitionsmittel Bund: 3,5 Mrd. € (für Infrastrukturausbau)
- Laufende Betriebskosten: 1,3 Mrd. €/Jahr (Bundesbeteiligung ab 2030)