Das Netz ist auf solche Lasten vorbereitet. Selbst wenn alle rund 45 Millionen Pkw in Deutschland elektrisch führen, läge der Mehrbedarf laut BMUKN bei gut 100 TWh im Jahr — etwa einem Sechstel des heutigen Stromverbrauchs, nicht beim Vielfachen. Lokale Spitzen am Abend fängt § 14a EnWG ab: Netzbetreiber dürfen einzelne Wallboxen im Engpassfall vorübergehend drosseln, müssen aber mindestens 4,2 kW durchlassen (gut 50 km Reichweite in zwei Stunden). Gesteuertes Laden verteilt die Last, statt sie zu addieren.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole unterstellt, alle würden exakt gleichzeitig die volle Leistung ziehen — ein konstruierter Worst Case, der die Realität des gesteuerten, zeitversetzten Ladens ausblendet. Sie verwechselt zudem eine lokale Verteilnetz-Frage mit einem bundesweiten Erzeugungsproblem.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Meinst du das bundesweite Stromangebot oder das Kabel in deiner Straße — das sind zwei verschiedene Fragen?"
- „Wenn die meisten Autos nachts 8 bis 10 Stunden am Kabel hängen, aber nur 2 Stunden Ladung brauchen — warum sollten alle gleichzeitig Volllast ziehen?"
- „Würde ein Stromtarif, der nachts günstiger ist, das Laden nicht von selbst entzerren?"
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