Das trifft auf manche Sprachen zu — Finnisch und Türkisch etwa kennen kein grammatisches Geschlecht. Allerdings zeigen Studien, dass selbst dort ein Male Bias bei geschlechtsneutralen Pronomen besteht. Und in vielen Sprachen mit Genussystem gibt es parallele Debatten: In Frankreich hat der Senat écriture inclusive 2023 mit 221:82 verboten, in Schweden wurde ‚hen' 2015 ins Wörterbuch der Schwedischen Akademie aufgenommen, im Englischen ist das singuläre ‚they' seit 2019 im Merriam-Webster. Das Anliegen ist international — die Lösungen fallen je nach Sprachstruktur verschieden aus.
Was hinter der Parole steckt: Der Vergleich hinkt strukturell: Aus Sprachen ohne grammatisches Geschlecht lässt sich nicht ableiten, dass das Anliegen in einer Genus-Sprache wie dem Deutschen überflüssig ist. Tatsächlich führen viele Sprachgemeinschaften dieselbe Debatte — nur mit Mitteln, die zu ihrer jeweiligen Sprachstruktur passen.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Welche Sprache meinst du konkret — und hat sie überhaupt grammatische Geschlechter wie das Deutsche?"
- „Wie erklärst du dir, dass im Englischen das singuläre ‚they' und in Schweden das ‚hen' entstanden sind?"
- „Wenn andere Sprachen eigene Lösungen gefunden haben — spricht das gegen das Anliegen oder dafür?"
Stichworte: andere Sprachen, Englisch, Französisch, Schwedisch, international, nur deutsch