Das stimmt für Gendern mit Sonderzeichen: Laut Forsa (2023) stört es 73 % der Bevölkerung. Allerdings ist das Bild differenzierter: Unter den 18- bis 29-Jährigen befürworten 42 % den Genderstern, und die Doppelnennung wird von 69 % akzeptiert (Infratest dimap/WDR 2022). Die Ablehnung richtet sich vor allem gegen Sonderzeichen im Wortinnern — nicht gegen geschlechtergerechte Sprache an sich. Zudem sprechen sich 46 % gegen ein Genderverbot in Verwaltungstexten aus.
Was hinter der Parole steckt: Die Aussage behandelt ‚Gendern' als Einheit, obwohl die Akzeptanz je nach Form stark auseinanderfällt — von breiter Zustimmung zur Beidnennung bis zu deutlicher Ablehnung der Sonderzeichen. Zudem ersetzt der Verweis auf die Mehrheit das Sachargument (argumentum ad populum): Aus einer Mehrheitsmeinung folgt nicht automatisch, was sprachlich sinnvoll ist.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Meinst du alle Formen geschlechtergerechter Sprache oder nur das Gendern mit Sternchen und Doppelpunkt?"
- „Was folgt für dich aus der Mehrheitsmeinung — und wie passt dazu, dass sich zugleich 46 % gegen ein Genderverbot aussprechen?"
- „Wie gehst du damit um, dass die Zustimmung bei den unter 30-Jährigen deutlich höher liegt?"
Stichworte: Mehrheit dagegen, keiner will, Bevölkerung, Umfrage, Ablehnung