Prävention: Geringer Anteil an den Gesamtausgaben
Das deutsche Gesundheitssystem konzentriert große Teile seiner Ausgaben auf Behandlung. Die Ausgaben für Prävention sind im Vergleich zu den Gesamtausgaben gering.
Hinweis: Gesundheitsausgaben nach Leistungsart 2023
- Pflege & Therapie: 155.1% (155,1 Mrd. EUR)
- Ärztliche Leistungen: 118.3% (118,3 Mrd. EUR)
- Arzneimittel: 77.9% (77,9 Mrd. EUR)
- Prävention: 24.8% (24,8 Mrd. EUR)
- Gesamt: Gesamtausgaben: 500,8 Mrd. EUR
- Nur 4,9 % der Gesundheitsausgaben (24,8 Mrd. von 500,8 Mrd. €) flossen 2023 in Prävention — 298 € je Einwohner. Der GKV-Anteil für Präventionsaktivitäten lag 2024 bei nur 686 Mio. €, also weniger als 0,2 % der GKV-Ausgaben.
Für viele Präventionsmaßnahmen – insbesondere Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen – belegt die Forschung einen deutlich positiven Kosten-Nutzen-Effekt. Nicht jede Maßnahme ist gleich wirksam; der Return on Investment variiert je nach Intervention erheblich. Konsens besteht jedoch darin, dass insbesondere bei Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mehr Prävention mittel- bis langfristig Behandlungskosten senkt.
Psychische Gesundheit: Versorgungsnotstand
Die Versorgungslage in Psychotherapie und Psychiatrie bleibt angespannt. Das Zi meldet für das 1. Halbjahr 2025 erneut steigende Fallzahlen in diesem Bereich.
- Fallzahl-Zuwachs gesamt: +3,4 % (Psychotherapie und Psychiatrie, 1. Halbjahr 2025 vs. Vorjahr)
- Kinder- & Jugendpsychiatrie: +5,7 % (noch stärkerer Fallzahl-Anstieg im 1. Halbjahr 2025)
- Terminvermittlung: < 50 % (Suchanfragen 2024 fristgerecht über Terminservicestellen vermittelt)
- Auch Terminservicestellen lösen das Problem nur teilweise: 2024 wurde weniger als die Hälfte der eingegangenen Suchanfragen fristgerecht vermittelt.
Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie verzeichnet mit +5,7 % den stärksten Zuwachs aller Fachbereiche. Strukturelle Lösungen – mehr Studienplätze für Psychotherapie, kürzere Ausbildungswege – sind zwar beschlossen, greifen aber erst mittelfristig.