Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap beschreibt den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. Man unterscheidet zwischen dem unbereinigten Wert (Durchschnitt aller Beschäftigten) und dem bereinigten Wert (bei gleicher Qualifikation, Tätigkeit und Arbeitszeit). Beide Kennzahlen sind aussagekräftig: Der unbereinigte Gap zeigt die tatsächliche Einkommenslücke, der bereinigte den Unterschied, der bei vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Arbeitszeit verbleibt — er gilt als Obergrenze für mögliche Diskriminierung, weil auch nicht erfasste Faktoren eine Rolle spielen können.
- Behauptung: Der Gender Pay Gap von 16 % bedeutet, dass Frauen für die gleiche Arbeit 16 % weniger bekommen.
Faktencheck: Die 16 % sind der unbereinigte Gap über alle Beschäftigten — er erfasst auch Unterschiede bei Beruf, Branche und Arbeitszeit. Bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verbleibt ein bereinigter Gap von 6 %, der als Obergrenze möglicher Diskriminierung gilt. Beide Werte sind real, messen aber Unterschiedliches.
- Unbereinigter Pay Gap: 16 % (Durchschnittlicher Verdienstunterschied (2025))
- Bereinigter Pay Gap: 6 % (Bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit)
- Westdeutschland: 17 % (Unbereinigt – deutlich über Ost)
- Ostdeutschland: 5 % (Unbereinigt – historisch geringere Lücke)
Hinweis: Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst (2025)
- Männer
- Stundenlohn: 27,05 €
- Hochrechnung (38 h/Woche, 52 Wochen): ~53.450 € brutto/Jahr
- Frauen
- Stundenlohn: 22,81 €
- Hochrechnung (38 h/Woche, 52 Wochen): ~45.080 € brutto/Jahr
Hinweis: Unbereinigter Gender Pay Gap in Deutschland
- 2006: 23 %
- 2008: 23 %
- 2010: 22 %
- 2012: 23 %
- 2014: 22 %
- 2016: 21 %
- 2018: 20 %
- 2020: 18 %
- 2022: 18 %
- 2024: 16 %
- 2025: 16 %
Branchen mit den größten Pay Gaps (unbereiningter GPG, 2024)
| Branche | Pay Gap |
|---|
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | 25 % |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienste | 25 % |
| Verarbeitendes Gewerbe | 22 % |
| Gesundheits- und Sozialwesen | 19 % |
| Öffentliche Verwaltung | 8 % |
- Bei einer Vollzeitstelle mit 38 Wochenstunden ergibt der unbereinigte Pay Gap von 4,24 €/Stunde einen Gehaltsunterschied von rund 8.400 € brutto pro Jahr. In Ostdeutschland ist der Gap mit 5 % deutlich geringer als in Westdeutschland (17 %) — ein Erbe der höheren weiblichen Erwerbsbeteiligung in der DDR.