Unbezahlte Care-Arbeit & Child Penalty
Der Gender Care Gap zeigt den Unterschied in der Zeitverwendung für unbezahlte Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege, Haushalt). Frauen leisten in Deutschland deutlich mehr unbezahlte Arbeit als Männer — mit weitreichenden Folgen für Einkommen, Karriere und Rente.
- Gender Care Gap: 43,4 % (Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit)
- Tägliche Differenz: +76 Min. (Mehrarbeit von Frauen pro Tag)
- Teilzeitquote Frauen: 47,4 % (der erwerbstätigen Frauen (15–64) in Teilzeit)
- Teilzeitquote Männer: 12,7 % (der erwerbstätigen Männer (15–64) in Teilzeit)
Hinweis: Unbezahlte Arbeit pro Woche (in Stunden)
- Frauen: 29 h
- Männer: 20 h
Hinweis: Gesamtarbeitszeit pro Woche (bezahlt + unbezahlt)
- Frauen
- Bezahlte Erwerbsarbeit: 16:33 h
- Unbezahlte Arbeit: 29:00 h
- Gesamt: 45:33 h
- Männer
- Bezahlte Erwerbsarbeit: 24:23 h
- Unbezahlte Arbeit: 20:00 h
- Gesamt: 44:23 h
Hinweis: Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kindern
- Mütter
- Teilzeitquote: 66–67 %
- Vollzeitquote (Schulkinder): 37,1 %
- Väter
- Teilzeitquote: 9 %
- Vollzeitquote (Schulkinder): 93,0 %
- Laut ZEW verdienen Mütter im vierten Jahr nach der ersten Geburt durchschnittlich fast 30.000 Euro weniger als vergleichbare Frauen ohne Kinder. Dieser 'Child Penalty' wirkt langfristig auf Karriere, Vermögen und Rente. Bei Vätern gibt es keinen vergleichbaren Effekt. Zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit — bei Vätern sind es nur 9 %.
Gender Pension Gap & Altersarmut
Der Gender Pension Gap ist die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. Er spiegelt die kumulierten Auswirkungen von Pay Gap, Care Gap und Teilzeitarbeit über ein ganzes Erwerbsleben wider. Bei den eigenen Rentenansprüchen — also ohne Hinterbliebenenrenten — beträgt die Lücke gut ein Drittel. Sie sinkt langsam, bleibt aber eine der größten in Europa.
- Gender Pension Gap: 24,2 % (Mit Hinterbliebenenrenten (2024))
- Ohne Hinterbliebenenrenten: 36,0 % (Eigene Rentenansprüche (2024))
- Westdeutschland: 40,8 % (Ohne Hinterbliebenenrenten)
- Ostdeutschland: 13,2 % (Ohne Hinterbliebenenrenten)
Hinweis: Durchschnittlicher monatlicher Rentenzahlbetrag (Altersrente)
- Männer
- Altersrente (Bestand): 1.405 €/Monat
- Jahreseinkommen: ~16.860 €
- Frauen
- Altersrente (Bestand): 955 €/Monat
- Jahreseinkommen: ~11.460 €
Armutsgefährdungsquote nach Geschlecht (65+)
| Altersgruppe | Frauen | Männer | Differenz |
|---|
| 65+ | 21,3 % | 17,3 % | +4,0 Pp. |
| 75+ | 21,3 % | 15,8 % | +5,5 Pp. |
Hinweis: Durchschnittliche Beitragsjahre zur Rentenversicherung (2024)
- Männer
- Beitragsjahre: 42 Jahre
- Frauen
- Beitragsjahre: 33 Jahre
Hinweis: Gender Pension Gap (mit Hinterbliebenenrenten)
- 2007: 43 %
- 2011: 38 %
- 2015: 34 %
- 2019: 30 %
- 2024: 24.2 %
- Frauen erhalten im Schnitt 450 € weniger Altersrente pro Monat als Männer — über 20 Rentenjahre summiert sich das auf über 100.000 €. Ein Hauptgrund: Frauen haben durchschnittlich nur 33 Beitragsjahre (Männer: 42) — 9 Jahre fehlen durch Care-Arbeit. Immerhin sinkt der Gap langsam: von 43 % (2007) auf 24,2 % (2024). Bei den eigenen Rentenansprüchen — ohne Hinterbliebenenrenten — bleibt er bei 36,0 %.