Das war in den 1990er- und 2000er-Jahren tatsächlich dramatisch: Zwischen 1991 und 2010 verlor der Osten netto über 1,1 Millionen Menschen an den Westen, mehrheitlich junge Frauen. Seit den 2010er-Jahren hat sich der Trend gedreht: 2017–2022 gab es sogar eine leichte Netto-Zuwanderung. Die reale Spaltung verläuft heute zwischen Stadt und Land: Leipzig und Dresden wachsen, viele ländliche Kreise schrumpfen weiter deutlich. Die pauschale Weiter-Abwanderung ist also überholt, das Stadt-Land-Gefälle nicht.
Was hinter der Parole steckt: Fortschreibung einer vergangenen Entwicklung in die Gegenwart: Die reale Trendwende der letzten 10–15 Jahre wird ignoriert.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Sprichst du von den 90ern oder von heute?"
- „Meinst du den Osten insgesamt oder bestimmte ländliche Regionen?"
Stichworte: Abwanderung, Landflucht, Demografie, Bevölkerung, ländlicher Raum