Die Zahlen geben das nicht her. Spitzenreiter bei der Kriminalitätshäufigkeit sind die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg — nicht der Osten. Unter den Flächenländern liegt nur Sachsen-Anhalt (8.588 pro 100.000) klar über dem Bundesschnitt (6.995); Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 6.878 sogar darunter. Großstädte haben strukturell höhere Werte als ländliche Regionen — das ist ein Stadt-Land-Effekt, kein Ost-West-Graben. 2024 gingen die Fallzahlen in MV und Sachsen-Anhalt sogar zurück.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole verwechselt einen Stadt-Land-Effekt mit einem Ost-West-Gegensatz und verallgemeinert von einem Ausreißer (Sachsen-Anhalt) auf ‚den Osten‘. Tatsächlich liegen die Stadtstaaten vorn und mehrere Ost-Flächenländer unter dem Bundesschnitt — die Behauptung pickt sich das passende Land heraus.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Welche Bundesländer haben tatsächlich die höchsten Werte — weißt du das?"
- „Vergleichst du gerade eine Großstadt mit einem Flächenland — ist das fair?"
- „Wie passt es ins Bild, dass Mecklenburg-Vorpommern unter dem Bundesschnitt liegt?"
Stichworte: Osten, Bundesländer, unsicher, Ostdeutschland, Vergleich, Häufigkeitszahl