Destatis-Prognosen zeigen: Bis Mitte der 2030er sinkt die Zahl der 20- bis 66-Jährigen um 3,2 Millionen – selbst bei hoher Nettozuwanderung. Schon jetzt sind in vielen Branchen (Pflege, Handwerk, IT, Gastronomie) Stellen unbesetzt. Ohne Zuwanderung wird sich der Fachkräftemangel massiv verschärfen.
Stichworte: Fachkräfte, genug Deutsche, brauchen keine, Arbeitslose
Fakten dazu
Demografischer Wandel und Fachkräfte
Der demografische Wandel verringert in Deutschland das Erwerbspersonenpotenzial. Destatis erwartet, dass die Zahl der 20- bis 66-Jährigen bis Mitte der 2030er Jahre selbst bei hoher Nettozuwanderung um rund 3,2 Millionen sinkt. Dadurch gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Zuwanderung und Arbeitsmarktintegration zum Arbeitskräfteangebot beitragen.
- Erwerbspersonen: −3,2 Mio. (20- bis 66-Jährige sinken bis Mitte 2030er)
- Beschäftigungsquote: 64 % (der 2015 zugezogenen Geflüchteten (Ende 2024))
- Fachkraft oder höher: 50 % (der beschäftigten Geflüchteten nach 7–8 Jahren)
- Selbst bei hoher Nettozuwanderung sinkt laut Destatis die Zahl der 20- bis 66-Jährigen bis Mitte der 2030er um rund 3,2 Millionen. Integration in den Arbeitsmarkt ist daher keine Kür, sondern volkswirtschaftliche Notwendigkeit.
Reguläre Arbeitsmigration & Fachkräfteeinwanderung
Neben der Fluchtmigration gibt es die reguläre Arbeitsmigration: Menschen, die gezielt zur Erwerbstätigkeit nach Deutschland kommen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG), zuletzt novelliert 2023, soll den Zugang für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten erleichtern. Die öffentliche Debatte vermischt häufig Fluchtmigration und Arbeitsmigration, obwohl es sich um völlig unterschiedliche Zuwanderungskanäle handelt.
- Deutschland konkurriert international um Fachkräfte. Während die Asylzahlen 2025 um über 50 % gesunken sind, bleibt der Bedarf an qualifizierter Zuwanderung unverändert hoch: Bis Mitte der 2030er sinkt die Zahl der Erwerbsfähigen um 3,2 Millionen.
Die Unterscheidung ist wichtig: Wer Asylmigration begrenzen will, muss gleichzeitig reguläre Arbeitsmigration attraktiver machen – sonst verschärft sich der Fachkräftemangel. Beides gegeneinander auszuspielen geht an der Realität vorbei.