Die PKS 2024 zeigt tatsächlich eine Überrepräsentation: 35,4 % der Tatverdächtigen sind nichtdeutsch (ohne ausländerrechtliche Verstöße) bei ca. 15 % Bevölkerungsanteil. Allerdings benennt das BKA selbst die Erklärungsfaktoren: Nichtdeutsche sind überproportional jung und männlich (die Hochrisikogruppe in jeder Bevölkerung), leben häufiger in prekären Verhältnissen, und das Anzeigeverhalten gegenüber Fremden ist höher. Ein fairer Vergleich müsste diese Faktoren berücksichtigen.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole zitiert eine Rohzahl ohne die Kontextfaktoren, die das BKA selbst nennt: Alter, Geschlecht, soziale Lage und Anzeigeverhalten. In jeder Bevölkerung gilt — junge Männer in prekären Verhältnissen sind statistisch häufiger tatverdächtig. Wer den Durchschnitt der Gesamtbevölkerung mit einer spezifischen Untergruppe vergleicht, vergleicht Tomate mit Apfel.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wenn man junge Männer in prekären Verhältnissen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt vergleicht — welche Gruppe wäre statistisch krimineller, unabhängig von der Staatsangehörigkeit?"
- „Was misst die PKS eigentlich — Verurteilte oder Tatverdächtige?"
- „Wäre es für dich aussagekräftiger, Deutsche und Nichtdeutsche in vergleichbarer Lebenslage gegenüberzustellen, oder Durchschnitte gegen Untergruppen?"
Stichworte: Kriminalität, kriminell, Statistik, PKS, Gewalt, Messer, Straftaten