Die Kosten sind real: 2024 gab der Bund rund 28 Mrd. Euro im Kontext Flucht/Migration aus. Aber erstens ist das ca. 6 % des Bundeshaushalts. Zweitens zeigen die IAB-Daten, dass 64 % der 2015 zugezogenen Geflüchteten nach 9 Jahren erwerbstätig sind und Steuern sowie Sozialabgaben zahlen. ‚Bringt wirtschaftlich nichts' unterschlägt diese Einnahmenseite — wie die Bilanz unterm Strich ausfällt, hängt vom Zeithorizont ab und verbessert sich mit steigender Beschäftigung von Jahr zu Jahr.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole rechnet einseitig brutto statt netto: Sie zählt nur die Ausgaben, blendet aber Steuern, Sozialabgaben, Konsum und Wertschöpfung der Erwerbstätigen aus. Das ‚bringt nichts‘ unterstellt zudem einen Maßstab, an dem auch jede andere staatliche Ausgabe scheitern würde — wenn man sie isoliert betrachtet.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wie hoch sind eigentlich die Steuern und Sozialabgaben, die heute erwerbstätige Geflüchtete zahlen — weißt du das?"
- „Würdest du eine reine Kostenrechnung auch bei deutschen Steuerzahlern aufmachen, ohne deren Beiträge gegenzurechnen?"
- „Wenn bis Mitte der 2030er 3,2 Millionen Erwerbsfähige fehlen — was wäre die Alternative zu Integrationsausgaben?"
Stichworte: Kosten, Milliarden, teuer, Wirtschaft, Steuern, Geld
Fakten dazu
Kosten der Migration
Migration verursacht erhebliche öffentliche Ausgaben – für Unterbringung, Sprachkurse, Sozialleistungen und Verwaltung. 2023 lagen die Gesamtausgaben des Bundes im Kontext Flucht und Migration bei rund 29,7 Mrd. Euro (Höchststand), 2024 bei ca. 28 Mrd. Euro. Für 2025 sind rund 24,3 Mrd. Euro veranschlagt, davon entfallen 19,8 Mrd. Euro auf die Unterstützung von Ländern und Kommunen.
Hinweis: Bundesausgaben im Kontext Flucht/Migration (Mrd. €)
- 2022: 24 Mrd. €
- 2023: 30 Mrd. €
- 2024: 28 Mrd. €
- 2025 (Plan): 24 Mrd. €
Die Kosten sind real und erheblich, aber sie müssen im Kontext betrachtet werden: Der Bundeshaushalt 2024 umfasste rund 477 Mrd. Euro. Zudem sind Integrationsausgaben Investitionen, deren Rendite erst zeitversetzt messbar wird – etwa wenn Geflüchtete in den Arbeitsmarkt eintreten und Steuern sowie Sozialabgaben zahlen.
- Das Budget für Integrationskurse wurde 2025 von rund 1 Mrd. Euro auf 763 Mio. Euro gekürzt – trotz nachgewiesener Wirksamkeit der Kurse bei der Arbeitsmarktintegration.
Arbeitsmarktintegration
Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt braucht Zeit (Spracherwerb, Qualifizierung), zeigt aber langfristig deutliche Erfolge. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nähert sich die Beschäftigungsquote der 2015 nach Deutschland gekommenen Geflüchteten nach neun Jahren dem Bevölkerungsdurchschnitt an.
Hinweis: Beschäftigungsquote der 2015 zugezogenen Geflüchteten
- Im 1. Jahr: 9% (unter 10 %)
- Nach 9 Jahren: 64% (Männer: 76 %, Frauen: 35 %)
- Gesamt: Bevölkerungsdurchschnitt: 70 %
- Rund die Hälfte der beschäftigten Geflüchteten übt sieben bis acht Jahre nach Zuzug eine qualifizierte Tätigkeit als Fachkraft oder Spezialist aus.
Für die 2015 zugezogene Geflüchtetenkohorte zeigen IAB-Daten eine besondere Bedeutung von Gesundheits-, Fertigungs- sowie Verkehrs- und Logistikberufen. Pauschale Aussagen über eine generelle Verdrängung am Arbeitsmarkt tragen diese Daten nicht.
- 2023 lebten noch 34 % der 2015 zugezogenen Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter in SGB-II-Haushalten. Unter den abhängig Beschäftigten konnten 84 % ihren Lebensunterhalt ohne ergänzende Leistungen bestreiten.