Im EU-ETS 2 gibt es keinen Preisdeckel und keinen Korridor — die Preise bilden sich am Markt. Die 45-EUR-Schwelle ist eine Eingriffsschwelle der Marktstabilitätsreserve: Bei Überschreiten werden zusätzliche Zertifikate freigegeben. Das dämpft kurzfristige Spitzen, garantiert aber keinen niedrigen Dauerpreis. Die EU-Kommission hat am 27. November 2025 eine MSR-Reform vorgeschlagen; das Europäische Parlament forderte am 29. April 2026, die 45-EUR-Schwelle über 2029 hinaus zu verlängern — beschlossen ist das aber noch nicht. Die EWI-Szenarien für 2030 zeigen breite Spannen, klar nach oben offen.
Was hinter der Parole steckt: Verharmlosung mit Schein-Sicherheit: Die 45-EUR-Schwelle der Marktstabilitätsreserve wird als ‚Preisdeckel‘ missverstanden. Tatsächlich ist sie eine Eingriffsschwelle ohne harte Obergrenze; die EU-Kommission und das EU-Parlament debattieren aktuell darüber, ob die Schwelle überhaupt über 2029 hinaus bestehen bleibt. Wunsch wird mit Mechanismus verwechselt.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Welche Quelle nennt einen tatsächlichen Preisdeckel im ETS 2 — und wie unterscheidet sich der von der MSR-Eingriffsschwelle?"
- „Wenn EWI-Szenarien Preise > 150 EUR/t für 2030 nicht ausschließen — was wäre dein Plan für deine Gasheizung?"
- „Wenn das Parlament im April 2026 fordern muss, die 45-EUR-Schwelle über 2029 hinaus zu verlängern — was sagt das über ihren heutigen Status?"
Stichworte: ets2, co2-preis, preisdeckel, msr, 45 euro