Wirtschaftlichkeit: drei Szenarien statt einer Wahrheit
Seriöse Kostenvergleiche hängen stark von Gebäude, Wärmebedarf, Strom- und Gaspreis, Jahresarbeitszahl (JAZ) und Förderung ab. Die folgenden Szenarien zeigen die Bandbreite für ein typisches Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf — mit dokumentierten Annahmen und gerundeten Werten.
Hinweis: Typisches EFH, 20.000 kWh/Jahr — jährliche Betriebskosten
- Gas (Brennwert), CO2 55 EUR/t
- Gasverbrauch: 20.000 kWh
- Gaspreis (Mittel 2026): ~11 Ct/kWh
- Energiekosten: ~2.200 EUR
- CO2-Anteil 2026 (~1,1 Ct/kWh): ~220 EUR
- Wartung + Schornsteinfeger: ~250 EUR
- Betriebskosten p.a.: ~2.670 EUR
- WP, mittlere JAZ 3,5, WP-Tarif
- Stromverbrauch: ~5.700 kWh
- WP-Sondertarif: ~24 Ct/kWh
- Energiekosten: ~1.370 EUR
- CO2-Anteil: 0 EUR (kein fossiler Brennstoff direkt)
- Wartung: ~150 EUR
- Betriebskosten p.a.: ~1.520 EUR
- Ersparnis: Die Differenz im mittleren Fall liegt bei rund 1.150 EUR/Jahr zugunsten der WP. Sie verändert sich stark mit JAZ, Strom- und Gaspreis sowie CO2-Pfad.
Drei Szenarien für die laufenden Kosten — Sensitivität
| Szenario | Annahmen | WP p.a. | Gas p.a. | Differenz |
|---|
| günstig (WP) | JAZ 4,0; WP-Tarif 22 Ct; Gas 12 Ct + 1,1 Ct CO2 | ~1.250 EUR | ~2.870 EUR | ~1.620 EUR weniger |
| mittel | JAZ 3,5; WP-Tarif 24 Ct; Gas 11 Ct + 1,1 Ct CO2 | ~1.520 EUR | ~2.670 EUR | ~1.150 EUR weniger |
| ungünstig (WP) | JAZ 2,8; WP-Tarif 28 Ct; Gas 10 Ct + 1,1 Ct CO2 | ~2.150 EUR | ~2.470 EUR | ~320 EUR weniger |
Die WP ist im Mittel und im günstigen Fall klar wirtschaftlich, im ungünstigen Fall nur knapp. Steigende ETS-2-Preise ab 2028 und steigende Gasnetzentgelte verschieben den Break-even tendenziell zugunsten der WP; entscheidend für die individuelle Rechnung sind Auslegung (Heizflächen, Hydraulik), Stromtarif und Förderquote.
Fraunhofer ISE WP-QS (2025): Wärmepumpe im Bestand
Im BMWE-geförderten Projekt WP-QS im Bestand wurden 77 Wärmepumpen (61 Luft/Wasser, 16 Sole/Wasser) in Bestandsgebäuden mit Baujahren von 1826 bis 2001 vier Jahre lang vermessen. Abschluss November 2025.
- Luft/Wasser-WP: JAZ 3,4 (Mittel (Bandbreite 2,6 bis 4,9))
- Sole/Wasser-WP: JAZ 4,3 (Mittel (Bandbreite 3,6 bis 5,4))
- CO2 vs. Gas: -64 % (dynamisch bilanziert (2024))
- Zusammenhang: kein (Baujahr ↔ Effizienz)
- Ausreichend dimensionierte Heizkörper konnten im Mittel mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden wie Fußbodenheizungen. Entscheidend sind Heizflächen und Hydraulik, nicht das Gebäudealter.
- Wichtige Einschränkung: Die Studie zeigt das Mögliche, nicht das Garantierte. Schlechte Auslegung, zu kleine Heizkörper, ungünstige Hydraulik, hohe Vorlauftemperaturen oder ein hoher Heizstabanteil können die JAZ deutlich drücken.