Daran ist etwas Wahres — mit Maß. Steuerflucht und illegale Konstrukte existieren real: Der Cum-Ex-Skandal kostete den Fiskus mindestens 10 Milliarden Euro, mit Cum-Cum zusammen über 35 Milliarden; zurückgeholt wurde bislang nur ein Bruchteil. Hinzu kommt legale Verlagerung in Niedrigsteuerländer. Aber ‚die verstecken ihr Geld eh alle' verallgemeinert: Das Gros der Vermögen liegt nicht in Oasen, und nicht jede Gestaltung ist illegal. Das Problem ist groß genug, ohne es zur Regel für alle Vermögenden zu erklären.
Was hinter der Parole steckt: Verallgemeinerung vom Skandal zur Regel: Aus realen, aber spezifischen Fällen (Cum-Ex, Offshore) wird ein pauschales Verhalten ‚aller' Vermögenden. Das überdehnt den Befund und macht zugleich die Grenze zwischen Betrug und legaler Gestaltung unsichtbar.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Meinst du illegale Hinterziehung oder legale Verlagerung — und wie groß ist jeweils der Anteil?"
- „Welcher Teil großer Vermögen liegt tatsächlich in Steueroasen?"
- „Würde härtere Durchsetzung bei Cum-Ex & Co. dein Anliegen besser treffen als der Pauschalverdacht?"
Stichworte: Steueroasen, Offshore, Cum-Ex, Steuerhinterziehung, verstecken