Der Einwand hat einen wahren Kern: Das EnEfG deckelt den Endenergieverbrauch absolut (2030 auf 1.867 TWh), und die DIHK rechnet vor, dass bei der zuletzt erreichten Effizienzsteigerung das BIP um knapp 9 % schrumpfen müsste, um das Ziel zu treffen. Das Ziel ist also ambitioniert. Es zwingt aber nicht zum Schrumpfen, sondern zu schnellerer Effizienz: 2008 bis 2024 stieg das BIP um 15 %, während der Energieverbrauch um 13 % fiel. Die Entkopplung läuft bereits — sie muss sich nur beschleunigen.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole liest ein Verbrauchsziel als Wachstumsverbot. Sie unterstellt eine feste Kopplung von Energie und Wertschöpfung, die historisch längst aufgebrochen ist — und blendet aus, dass das Ziel über steigende Energieproduktivität statt über Schrumpfung erreichbar ist.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wenn das BIP 2008-2024 um 15 % stieg, während der Energieverbrauch um 13 % sank — warum sollte weniger Energie zwingend weniger Wirtschaft bedeuten?"
- „Die DIHK-Rechnung gilt bei gleichbleibendem Effizienztempo — was passiert mit dem Ergebnis, wenn die Energieproduktivität schneller steigt?"
- „Geht es dir gegen das Ziel oder gegen das Instrument — und welches Instrument würde Effizienz besser fördern?"
Stichworte: energieeffizienzgesetz, enefg, degrowth, schrumpfen, bip, endenergie, deckel, dihk