Die schwankende Einspeisung aus Wind und Sonne ist eine reale Herausforderung — aber sie macht die Versorgung nicht unsicher. Selbst in der Dunkelflaute Anfang 2025 kam es laut Bundesnetzagentur nicht annähernd zu Engpässen. Ausgeglichen wird über Speicher, flexible Lasten und den europäischen Stromverbund. Lastmanagement heißt dabei nicht Verzicht, sondern Verbrauch dann, wenn Strom günstig und reichlich ist — oft automatisiert und ohne spürbaren Komfortverlust.
Was hinter der Parole steckt: Das Bild vom ‚Wäsche waschen, wenn der Wind weht' überzeichnet flexible Lasten zum Rückschritt in vormoderne Zeiten. Es unterstellt, ein Stromsystem mit Erneuerbaren funktioniere nur bei passender Witterung — und ignoriert Speicher, Netze und den europäischen Ausgleich, die genau dieses Problem bewirtschaften.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wann gab es in Deutschland zuletzt einen Versorgungsengpass wegen Dunkelflaute — und was sagt die Bundesnetzagentur dazu?"
- „Wenn dein Auto oder deine Wärmepumpe automatisch dann lädt, wenn Strom billig ist — wo genau ist der Komfortverlust?"
- „Warum weht der Wind selten überall in Europa gleichzeitig flau — und was bedeutet das für die Versorgung?"
Stichworte: flatterstrom, dunkelflaute, versorgungssicherheit, speicher, lastmanagement, wind, sonne, blackout
Fakten dazu
Dunkelflauten: Reales Problem, kein Showstopper
- Dunkelflauten: beherrschbar (fordern Flexibilität statt Panik)
- Versorgungsengpass: kein annähernder (laut BNetzA Anfang 2025)
- Negativpreisstunden: 573 Std. (2025)
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|
| Dunkelflautenlagen | reales Systemthema | BNetzA |
| Versorgungsengpässe Anfang 2025 | kein annähernder Engpass | BNetzA |
| Negativpreisstunden 2025 | 573 | BNetzA / SMARD |
| Schlüsselaufgabe | mehr Speicher, Netze und flexible Lasten | Systemische Einordnung |
- Selbst in der Dunkelflautenlage Anfang 2025 kam es laut Bundesnetzagentur nicht annähernd zu Versorgungsengpässen.
Überbrückung heute: Gaskraftwerke, europäische Stromimporte, wachsend: Batteriespeicher. Kern des Problems: Nicht die Häufigkeit der Dunkelflauten, sondern fehlende Speicher und Netzkapazitäten.
Speicherausbau: Der Markt drängt, die Bürokratie bremst
- beantragt: 400 GW (Leistung 2024)
- beantragt: 661 GWh (Kapazität 2024)
- Anschlusszusagen: 25 GW (Leistung 2024)
- Anschlusszusagen: 46 GWh (Kapazität 2024)
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|
| Beantragte Leistung (2024, ab Mittelspannung) | ~400 GW | BNetzA 11/2025 |
| Beantragte Kapazität (2024) | 661 GWh | BNetzA 11/2025 |
| Erteilte Anschlusszusagen (2024) | 25 GW / 46 GWh | BNetzA 11/2025 |
| Kernaussage | Interesse sehr hoch, Umsetzung deutlich langsamer | BNetzA |
- 400 GW beantragte Speicherleistung – der Markt will, aber Netzanschlüsse und Genehmigungsverfahren bremsen.
Engpass: Nicht Investoreninteresse oder Technologie, sondern Netzanschlüsse, Genehmigungsverfahren und regulatorische Unsicherheit.
Europäischer Stromverbund: Deutschland ist keine Insel
- Import 2025: 76,2 TWh (Stromverbund mit Nachbarländern)
- Export 2025: 54,3 TWh (Stromverbund mit Nachbarländern)
- EE-Rekord: 67,5 % (Q2 2025)
- Nettoimport 2025: 21,9 TWh – 22,6 % weniger als 2024. Tendenz: Importbedarf sinkt.
- Der europäische Verbund gleicht regionale Wetter-, Last- und Preisunterschiede durch Importe und Exporte aus.
- EU-Regel: Mindestens 70 % der physischen Übertragungskapazität muss für grenzüberschreitenden Handel verfügbar sein.
Stromimport/-export ist kein Zeichen von Schwäche, sondern intelligentes System-Design. Es ist billiger als jedes Land für sich allein.