Es stimmt, dass Backup-Gaskraftwerke und Netzausbau Geld kosten. Die rund 12 GW neuen, wasserstofffähigen Gaskraftwerke sind aber als Reserve für Dunkelflauten geplant, nicht für den Dauerbetrieb — sie laufen nur wenige Stunden im Jahr und schlagen entsprechend wenig auf die durchschnittliche Kilowattstunde durch. Der Netzausbau wiederum kann teure Noteingriffe zur Netzstabilisierung verringern. Beides ist Versicherung gegen Engpässe, kein Preistreiber im Dauerbetrieb.
Was hinter der Parole steckt: Die Aussage rechnet die hohen Kosten je Kilowattstunde eines Reservekraftwerks auf das ganze System hoch und übersieht die geringe Laufzeit. Ein Backup, das nur in seltenen Knappheitsstunden einspringt, bestimmt nicht den Durchschnittspreis — sonst wäre jede Feuerversicherung ‚zu teuer', nur weil Löschen teuer ist.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wie viele Volllaststunden im Jahr läuft ein Reservekraftwerk — und wie stark schlägt das auf den Durchschnittspreis durch?"
- „Was kostet am Ende mehr: der Netzausbau oder die teuren Noteingriffe (Redispatch), die ohne ihn nötig bleiben?"
- „Welche Alternative zu Backup-Kapazität für Dunkelflauten schlägst du vor — und was würde die kosten?"
Stichworte: gaskraftwerke, stromtrassen, netzausbau, backup, reserve, dunkelflaute, teuer
Fakten dazu
Backup-Kraftwerke und Netze: Versicherung, nicht Dauerlast
- neue regelbare Leistung: 12 GW (ausgeschrieben ab 2026)
- wasserstofffähig: H₂-ready (Dekarbonisierung bis 2045)
- Funktion: Backup (Dunkelflaute & Netzstabilität)
- Die Kraftwerksstrategie schreibt rund 12 GW neue, wasserstofffähige Gaskraftwerke aus. Sie sollen als Reserve einspringen, wenn Wind und Sonne nicht liefern — nicht im Dauerbetrieb laufen.
Reservekraftwerke laufen nur wenige Volllaststunden im Jahr. Ihr Beitrag zur durchschnittlichen Stromrechnung bleibt deshalb begrenzt, auch wenn Gasstrom je Kilowattstunde teuer ist. Der Netzausbau verursacht zwar Kosten, kann aber zugleich teure Eingriffe zur Netzstabilisierung (Redispatch) verringern.
Dunkelflauten: Reales Problem, kein Showstopper
- Dunkelflauten: beherrschbar (fordern Flexibilität statt Panik)
- Versorgungsengpass: kein annähernder (laut BNetzA Anfang 2025)
- Negativpreisstunden: 573 Std. (2025)
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|
| Dunkelflautenlagen | reales Systemthema | BNetzA |
| Versorgungsengpässe Anfang 2025 | kein annähernder Engpass | BNetzA |
| Negativpreisstunden 2025 | 573 | BNetzA / SMARD |
| Schlüsselaufgabe | mehr Speicher, Netze und flexible Lasten | Systemische Einordnung |
- Selbst in der Dunkelflautenlage Anfang 2025 kam es laut Bundesnetzagentur nicht annähernd zu Versorgungsengpässen.
Überbrückung heute: Gaskraftwerke, europäische Stromimporte, wachsend: Batteriespeicher. Kern des Problems: Nicht die Häufigkeit der Dunkelflauten, sondern fehlende Speicher und Netzkapazitäten.