Im Neubau ist die WP wegen niedriger Vorlauftemperaturen einfacher. Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie WP-QS hat aber 77 Wärmepumpen in Gebäuden mit Baujahren 1826 bis 2001 vermessen und keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz gefunden (mittlere JAZ 3,4 bei Luft/Wasser, 4,3 bei Sole/Wasser). Entscheidend sind Heizflächen, Hydraulik und Auslegung. Rund 80 % der 2025 verkauften Heizungs-WP gingen in den Bestand.
Was hinter der Parole steckt: Veraltetes Bild aus den 2000ern wird projiziert: Damalige WP brauchten 55-60 °C Vorlauftemperatur, moderne arbeiten effizient bei 35-45 °C. Fraunhofer-ISE-Felddaten (2025) zeigen JAZ-Werte um 3,1 auch im unsanierten Bestand. ‚Nur Neubau‘ ignoriert empirische Befunde zugunsten einer alten Heuristik.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Welche Vorlauftemperatur fährt dein Heizsystem heute — und hast du sie schon mal probeweise gesenkt, um zu sehen, ob es noch warm bleibt?"
- „Wenn Fraunhofer ISE im Bestand JAZ um 3,1 misst — was unterscheidet dein Haus konkret von dieser Stichprobe?"
- „Welche bauliche Eigenschaft (Heizkörper, Dämmung, Vorlauf) macht in deinem Fall die Entscheidung gegen die WP — kannst du das benennen?"
Stichworte: neubau, altbau, bestand, fußbodenheizung, sanierung
Fakten dazu
Fraunhofer ISE WP-QS (2025): Wärmepumpe im Bestand
Im BMWE-geförderten Projekt WP-QS im Bestand wurden 77 Wärmepumpen (61 Luft/Wasser, 16 Sole/Wasser) in Bestandsgebäuden mit Baujahren von 1826 bis 2001 vier Jahre lang vermessen. Abschluss November 2025.
- Luft/Wasser-WP: JAZ 3,4 (Mittel (Bandbreite 2,6 bis 4,9))
- Sole/Wasser-WP: JAZ 4,3 (Mittel (Bandbreite 3,6 bis 5,4))
- CO2 vs. Gas: -64 % (dynamisch bilanziert (2024))
- Zusammenhang: kein (Baujahr ↔ Effizienz)
- Ausreichend dimensionierte Heizkörper konnten im Mittel mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden wie Fußbodenheizungen. Entscheidend sind Heizflächen und Hydraulik, nicht das Gebäudealter.
- Wichtige Einschränkung: Die Studie zeigt das Mögliche, nicht das Garantierte. Schlechte Auslegung, zu kleine Heizkörper, ungünstige Hydraulik, hohe Vorlauftemperaturen oder ein hoher Heizstabanteil können die JAZ deutlich drücken.
Marktentwicklung 2025: WP wächst, Gesamtmarkt schwach
Hinweis: Absatz Heizungs-Wärmepumpen in Deutschland
- 2020: 120000
- 2021: 154000
- 2022: 236000
- 2023: 356000
- 2024: 193000
- 2025: 299000
Heizungsmarkt 2025 nach Technik (BDH)
| Technik | Absatz 2025 | Veränderung |
|---|
| Gesamtmarkt Wärmeerzeuger | 627.000 | -12 % (niedrigster Stand seit 15 Jahren) |
| Gas-Heizkessel | 276.500 | -33 % |
| Öl-Heizkessel | 22.500 | -74 % |
| Heizungs-Wärmepumpen | 299.000 | +55 % |
| Biomasse-Kessel | 29.000 | +23 % |
- Q1 2026 setzt sich die Trendwende fort: 83.500 Heizungs-Wärmepumpen wurden abgesetzt (+34 % gegenüber Q1 2025); der Wärmepumpen-Marktanteil im Q1 lag bei rund 48,7 % aller Heizungsabsätze. Der Gesamtmarkt (171.500 Einheiten) wuchs ebenfalls um 16 %.
- Wärmepumpen erreichten 2025 erstmals knapp die Hälfte aller verkauften Wärmeerzeuger; Luft/Wasser hält 95 % Marktanteil, Sole/Wasser 5 %.
- Rund 80 % der neuen Heizungs-Wärmepumpen wurden 2025 in Bestandsgebäuden installiert.
- Der BWP rechnet im BAU-Szenario für 2026 mit rund 332.500 Heizungs-Wärmepumpen (+11 %); ein ambitioniertes Szenario sieht 30 bis 40 % Wachstum, abhängig von Politik und Energiepreisrelationen.
- BDH wie BWP erklären den Gesamteinbruch primär mit politischer Verunsicherung rund um GEG/GModG; das ist eine Verbandsbewertung, kein direkt messbarer Kausalzusammenhang.