Soziale Teilhabe & Gerechtigkeit
Verkehrswende heißt nicht Autoverbot, sondern echte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln. Viele Menschen sind heute mangels Alternativen auf das Auto angewiesen — gute Alternativen zu schaffen ist der eigentliche Kern der Verkehrswende.
- Haushalte ohne Auto: 20 % (bundesweit (MiD 2023))
- MIV-Anteil im ländlichen Raum: > 60 % (an den Wegen laut MiD)
- Bevölkerung mit gut erreichbarer Haltestelle: 90 % (aber große regionale Unterschiede)
Pendlerkosten-Vergleich: 17 km einfach, 220 Arbeitstage/Jahr
| Verkehrsmittel | Kosten/Monat | Kosten/Jahr |
|---|
| PKW (Kleinwagen, ADAC-Vollkosten) | ~290 € | ~3.500 € |
| Deutschlandticket (ÖPNV) | 63 € | 756 € |
| E-Bike (Anschaffung + Strom + Wartung) | ~40 € | ~480 € |
| Fahrrad (Wartung/Abschreibung) | ~20 € | ~240 € |
- Bei einer typischen Pendelstrecke von 17 km kostet das Auto rund 3.500 €/Jahr (ADAC-Vollkosten). Wer auf Deutschlandticket + Fahrrad umsteigen kann, spart über 2.500 € im Jahr.
Hinweis: Mobilitätskosten im Vergleich (monatlich)
- Eigener Kleinstwagen
- ADAC-Gesamtkosten: ab ~350 €/Monat
- davon Wertverlust: ~100–150 €
- davon Kraftstoff: ~80–120 €
- davon Versicherung + Steuer: ~60–80 €
- Jährlich: ab ~4.200 €
- D-Ticket + Fahrrad + Carsharing
- Deutschlandticket: 63 €/Monat
- Fahrrad (Abschreibung/Wartung): ~20 €/Monat
- Carsharing (gelegentlich): ~50 €/Monat
- Jährlich: ~1.600 €
- Ersparnis: Ersparnis ohne eigenes Auto: rund 2.600 €/Jahr bei diesem Beispiel — sofern Alternativen vorhanden sind.
- Schon der günstigste Kleinstwagen kostet laut ADAC ab rund 350 € im Monat — weit mehr, als die meisten Menschen für Sprit allein rechnen. Wer Alternativen hat, kann erheblich sparen.
- Laut FÖS begünstigt das Dienstwagenprivileg vor allem höhere Einkommen und setzt im Verkehrssystem klimapolitisch problematische Anreize.
Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden gewerblich zugelassen. Wie Dienstwagen besteuert werden, beeinflusst deshalb direkt das Tempo der Antriebswende.
In vielen ländlichen Regionen ist ein alltagstauglicher ÖPNV schwerer erreichbar als in Städten. Genau dort braucht die Verkehrswende bessere Takte, Rufbusse und sichere Anschlüsse statt bloß Appelle.
Radverkehr & aktive Mobilität
- Radanteil (Wege): 11,2 % (MiD 2023, deutschlandweit)
- Fahrräder in DE: ~80 Mio. (MiD 2023)
- davon elektrisch: 1/4 (MiD 2023)
Hinweis: Radverkehrsanteil am Modal Split (Alltagswege) in Deutschland
- 2002: 9.3 %
- 2008: 9.9 %
- 2017: 10.9 %
- 2023: 11.2 %
- Ein Drittel aller Fahrrad-Personenkilometer werden mittlerweile mit E-Bikes gefahren.
- Oldenburg zeigt, was mit guter Radinfrastruktur möglich ist: Im Binnenverkehr werden dort laut SrV 2023 bereits 47 % der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt — vor dem Auto (28 %).
Laut Fraunhofer ISI könnte der Radverkehrsanteil auf Wegen bis 30 km bei umfangreichen Maßnahmen auf durchschnittlich 45 % steigen.