Gut geplante Radwege zahlen sich aus: Wo sichere, durchgängige Infrastruktur entsteht, steigt die Nutzung belegbar: Oldenburg erreicht im Binnenverkehr 47 % Radanteil, Fraunhofer ISI hält bei umfassendem Ausbau bis zu 45 % auf Strecken bis 30 km für möglich. Der wahre Kern: Ein halbfertiger Radweg, der im Nichts endet, wird kaum genutzt — Kritik an schlechter Planung ist berechtigt. Genau deshalb zahlt sich nur ein zusammenhängendes Netz aus, nicht das Stückwerk.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole zieht aus einer Momentaufnahme (der Radweg ist gerade leer) einen Dauerschluss und verkennt die Henne-Ei-Logik: Kaum genutzte Radwege sind oft Folge lückenhafter Netze, nicht fehlender Nachfrage. Gute Infrastruktur schafft erst die Nachfrage, die sie scheinbar voraussetzt.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Würdest du dein Kind auf einem Radweg fahren lassen, der mitten auf der Hauptstraße endet — und wenn nicht, liegt es am Bedarf oder an der Planung?"
- „Wie viele Menschen siehst du auf einem sicheren, durchgehenden Radweg gegenüber einem, der ständig abbricht?"
- „Was kostet ein Kilometer Radweg im Vergleich zu einem Kilometer Autostraße — und wie viele Menschen bewegt er pro Quadratmeter?"
Stichworte: Radwege, Fahrrad, Infrastruktur, Kosten, Investition