Ein flächendeckender Blackout durch E-Autos ist nicht das reale Szenario — die Herausforderung heißt gesteuertes Laden und Netzausbau. Genau dafür gilt seit 2024 § 14a EnWG: Netzbetreiber dürfen Wallboxen in seltenen Engpässen kurz drosseln (mindestens 4,2 kW bleiben garantiert) und dürfen den Anschluss im Gegenzug nicht mehr verweigern. Da die meisten Autos nachts laden, wenn der Verbrauch niedrig ist, lässt sich die Last verteilen. Klar ist: Das Netz muss ausgebaut und digitalisiert werden — das ist Arbeit, aber kein Zusammenbruch.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole springt von einer realen Herausforderung (lokale Lastspitzen) zur Katastrophe (das Netz bricht zusammen) — eine Dammbruch-Dramatisierung. Sie unterstellt, alle würden gleichzeitig laden, und ignoriert Steuerung, zeitliche Verteilung und den ohnehin laufenden Netzausbau.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Warum sollten alle E-Autos gleichzeitig mit voller Leistung laden, wenn die meisten nachts über Stunden am Netz hängen?"
- „Was spricht dagegen, das Laden wie früher den Nachtstrom gezielt in verbrauchsarme Zeiten zu lenken?"
- „Hat das Stromnetz nicht schon den Wegfall ganzer Industriezweige und den Zubau von Millionen Solaranlagen verkraftet?"
Stichworte: Stromnetz, Blackout, Laden, Kapazität, 14a