Mehr Fahrspuren lösen Stau meist nur kurzfristig: Zusätzliche Kapazität macht Autofahren attraktiver und zieht so lange neuen Verkehr an, bis die Straße wieder voll ist — Fachleute nennen das induzierten Verkehr. Eine TU-Dresden-Studie von Anfang 2026 zeigt, dass dieser Effekt in der Planung unterschätzt wird und die Klimawirkung neuer Fernstraßen bis zu dreimal höher ausfallen kann als angenommen. Der wahre Kern: Punktuelle Engpässe wie eine fehlende Brücke lassen sich baulich entschärfen. Das pauschale Versprechen ‚mehr Asphalt = weniger Stau' hat sich über Jahrzehnte aber nicht erfüllt.
Was hinter der Parole steckt: Die Parole denkt Verkehr wie eine feste Wassermenge, die durch ein breiteres Rohr besser abfließt. Tatsächlich ist Verkehrsnachfrage elastisch: Neue Kapazität erzeugt ihre eigene Auslastung — ein Denkfehler, der Angebot und Nachfrage verwechselt.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wenn breitere Straßen den Stau dauerhaft lösen — warum stehen die am stärksten ausgebauten Metropolen der Welt am längsten im Stau?"
- „Was passiert mit dem frei gewordenen Platz, wenn Autofahren plötzlich schneller geht — bleibt er leer?"
- „Wie viele Jahre und Milliarden willst du in eine Spur investieren, die erfahrungsgemäß bald wieder voll ist?"
Stichworte: Stau, Straßenausbau, Spuren, induzierter Verkehr, Autobahn