Bei Steuern und Abgaben auf Arbeit liegt Deutschland tatsächlich hoch. Bei vermögensbezogenen Steuern liegt Deutschland mit rund 1 % des BIP aber klar unter dem OECD-Durchschnitt von 1,9 %. Drei europäische OECD-Länder (Norwegen, Spanien, Schweiz) erheben eine Netto-Vermögensteuer und zeigen, dass sie administrativ machbar ist. ‚Hochsteuerland' trifft also auf Arbeit zu, auf Vermögen nicht — ob man die Last zwischen beidem verschieben will, ist eine politische Gestaltungsfrage, die die Daten nicht beantworten.
Was hinter der Parole steckt: Pars-pro-toto: Aus dem (richtigen) Befund hoher Steuer-/Abgabenlast auf Arbeit wird ‚Hochsteuerland‘ als pauschales Label. Vermögensbezogene Steuern (1 % BIP, OECD-Schnitt 1,9 %) werden ausgeblendet, der Gegensatz Arbeit teuer / Vermögen günstig verschwindet aus der Argumentation.
Am Tisch nützlich – Gegenfragen:
- „Wenn Deutschland bei vermögensbezogenen Steuern mit rund 1 % BIP unter dem OECD-Schnitt von 1,9 % liegt — wo siehst du das ‚Hoch‘ bei Vermögen?"
- „Wenn Norwegen, Spanien und Schweiz mit Vermögensteuer wirtschaften — was unterscheidet Deutschland an dieser Stelle, dass es uns ‚kaputt‘ machen würde?"
- „Meinst du mit ‚Hochsteuerland‘ die Belastung von Arbeit, von Vermögen oder beides — und wie hoch liegt sie jeweils im internationalen Vergleich?"
Stichworte: Hochsteuerland, Steuerlast, OECD, Abgaben, zu hoch